Großer Bahnhof am Bahnhof - für das erste teilAuto: Gundula Bleul, Jörg Hänisch, Silvia Mehlich, Marcus Buchfeld, Martin Dulig und Susan Lehmann. Foto © BranczeiszGroßer Bahnhof am Bahnhof - für das erste teilAuto: Gundula Bleul, Jörg Hänisch, Silvia Mehlich, Marcus Buchfeld, Martin Dulig und Susan Lehmann. Foto © Branczeisz

Moritzburg hat schon 50 teilAuto-Kunden – obwohl es das Angebot vor Ort bislang noch gar nicht im Ort gab. Seit heute steht der erste rote Skoda am Bahnhof Moritzburg – an der neuen Stele „telAuto“. Erster Kunde ist Martin Dulig. Er fährt mit dem roten Skoda von teilAuto zur Kulturkonferenz nach Großenhain – auch als Signal, dass das Modell gerade im ländlichen Raum funktionieren kann. Außerdem nutzt seine Frau gerade das Familienauto. Wer auf ein Zweitauto verzichten will, braucht schließlich Alternativen, die alltagstauglich sind. Zu den Kunden zählt auch schon lange auch das Evangelische Bildungszentrum. Bislang mussten die Nutzer ihr Fahrzeug jedoch am Bahnhof Dresden-Neustadt abholen. Entsprechend groß ist nun die Freude über das neue Angebot vor Ort.

Angestoßen hat er die Idee mit Ortsvorsteherin Silvia Mehlich. Dass teilAuto nach Moritzburg kommt, ist auch für das Unternehmen ungewöhnlich. Regionalleiter Marcus Buchfeld spricht erst vom zweiten Fall überhaupt, dass der Anbieter bewusst in den ländlichen Raum geht. Normalerweise werden größere Städte mit Standorten bedacht. Umso besonderer ist die Aufmerksamkeit in Moritzburg. „Sonst stellen wir nur ein Auto hin“, sagt Buchfeld lächelnd. Einen großen Begrüßungstermin wie hier, erlebt er sonst nicht.

Ganz ohne Hürden lief die Umsetzung nicht. Bürgermeister Jörg Hänisch sagt schmunzelnd, beim „Fritz-Box“ sei es damals schneller gegangen – ein halbes Jahr. Diesmal habe es immerhin ein Jahr gedauert. Angesichts der bürokratischen Vorgaben sei aber selbst das noch kurz gewesen. Erst musste ein Vergabeverfahren durchlaufen werden. Dann ging es um Fragen des Denkmalschutzes, etwa beim Schild für teilAuto – eine Stele sei auf der Schlossallee kaum genehmigungsfähig gewesen. Dazu kam die verkehrsrechtliche Anordnung durch den Landkreis.

Der zweite Standort soll deshalb terminlich etwas großzügiger bis 15. Juni vor der Tourist Information an der Schlossallee 3 entstehen, unmittelbar vorm Bauamt. Das Angebot richtet sich an die Bürger, an das Landgestüt, an Schloss Moritzburg und auch an Touristen, die länger bleiben. Selbst Beschäftigte könnten profitieren, weil der Arbeitsweg von Dresden nach Moritzburg zu bestimmten Zeiten schwierig ist. Zum Vergleich: In Radebeul hat teilAuto 11 Autos, in Dresden sind es bald 750 Fahrzeuge. Moritzburg bekommt nun zwei Gemeinschaftsautos und wird damit Vorreiter im ländlichen Raum.

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