Ein weiteres Stück Dresdner Stadtgeschichte ist zurück im öffentlichen Raum: Die barocke Figur „Bildhauerei“ steht ab sofort wieder auf der Mittelachse der Hauptstraße in der Inneren Neustadt – allerdings als originalgetreue Kopie. Damit setzt die Landeshauptstadt die schrittweise Rückkehr der historischen Skulpturen fort, die einst das Bild der beliebten Flaniermeile prägten.
Die neue Figur entstand in monatelanger Handarbeit in der Werkstatt von Diplom-Bildhauer Sebastian Hempel von der Steinbildhauerei Hempel GmbH Dresden. Grundlage war ein rund fünf Tonnen schwerer Rohblock aus feinkörnigem Cottaer Sandstein aus dem Steinbruch Neundorf. Nach der aufwendigen Bearbeitung bringt die fertige Skulptur heute noch etwa eine Tonne auf die Waage. Angefertigt wurde die Kopie im Jahr 2025.
Möglich wurde das Projekt vor allem durch die Unterstützung zahlreicher Förderer und Spender. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 35.700 Euro. Davon kamen 10.000 Euro aus dem Stadtbezirk Neustadt, rund 18.000 Euro aus PMO-Mitteln – dem Fonds des ehemaligen DDR-Parteivermögens – sowie 3.600 Euro vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Weitere knapp 4.000 Euro wurden durch Spenden gesammelt, unter anderem dank des Engagements des Handels- und Kulturvereins Hauptstraße e. V. und vieler Dresdner Bürgerinnen und Bürger.
Dr. Sascha Döll, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, würdigte besonders die breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch Stadtbezirksamtsleiter André Barth dankte dem Stadtbezirksbeirat Neustadt für die erneute finanzielle Beteiligung.
Die Rückkehr der „Bildhauerei“ ist jedoch noch nicht das Ende des Projekts. Drei Sockel auf der Hauptstraße sind weiterhin leer. Als nächstes soll die Figur „Malerei“ rekonstruiert werden. Dafür hofft die Stadt erneut auf Spenden aus der Bürgerschaft zugunsten des Fonds Stadtgrün.
Die Geschichte der Skulpturen reicht bis ins 18. und 19. Jahrhundert zurück. Die Werke stammen unter anderem von Johann Baptist Dorsch, Thaddäus Ignatius Wiskotschill, Johann Ferdinand Feige und Ernst Hähnel. Insgesamt gehörten sieben Originale und eine spätere Kopie einst zum Dresdner Zwinger. 1979 wurden die Figuren auf der neu gestalteten Hauptstraße aufgestellt. Wegen ihres schlechten Zustands mussten die wertvollen Originale jedoch 2014 entfernt und ins städtische Lapidarium in der Ruine der Zionskirche gebracht werden, um weiteren Verfall zu verhindern.
Seit 2023 entstehen nun schrittweise neue Kopien. Bereits zurückgekehrt sind die Figuren „Archäologie“, „Architektur“, „Lied“, „Urania“ und jetzt auch die „Bildhauerei“. Damit gewinnt die Hauptstraße Stück für Stück ihr historisches Gesicht zurück – und die Innere Neustadt ein weiteres kulturelles Highlight.



