Radebeul. Nur wenige Stunden nach einer Gedenkveranstaltung haben Unbekannte einen neu verlegten Stolperstein in Radebeul zum Ziel einer mutmaßlich politisch motivierten Aktion gemacht. Die Polizei ermittelt. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden machten sich die bislang unbekannten Täter in der Nacht zu Mittwoch an dem Stolperstein an der Ecke Zinzendorfstraße und Meißner Straße zu schaffen. Dieser war erst am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Gedenkveranstaltung verlegt worden. Die Unbekannten entfernten einen Teil der dort niedergelegten Blumen und warfen diese auf ein angrenzendes Grundstück. Außerdem hinterließen sie an der Gedenkstätte einen Zettel. Dessen Inhalt wird von der Polizei als mutmaßlich rechtsgesinnt eingeordnet. Auf dem Zettel stand: „Ich lasse ein paar am Leben, dass sie wissen, warum ich das getan (A. Hitler)“ Bei dem angeblichen Zitat handelt es sich um ein historisch falsches Zitat (Fake News), das Adolf Hitler fälschlicherweise zugeschrieben wird. Es gibt keinerlei historische Dokumente, Tonaufnahmen, Tagebucheinträge oder Testamente, die belegen, dass Hitler diesen Satz jemals geäußert hat. Im Gegenteil: Die Nationalsozialisten versuchten in der Endphase des Krieges massiv, die Spuren des Holocausts und der systematischen Vernichtungsmorde zu verwischen. Die Behauptung, er hätte absichtlich Menschen am Leben gelassen, um seine Taten zu erklären, widerspricht der historischen Realität. Das Zitat taucht im Internet in klar antisemitischem Kontext auf. Der Vorfall wurde der Polizei am Mittwoch, 23. September 2026, gegen 13 Uhr bekannt. Beamte nahmen daraufhin die Ermittlungen auf. Wer hinter der Aktion steckt, ist derzeit noch unklar. Weitere Angaben zu möglichen Tatverdächtigen machte die Polizei zunächst nicht. Stolpersteine erinnern im öffentlichen Raum an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Auch OB Bert Wendsche legte eine Rose an den vier Stolpersteinen nieder.
Foto © Branczeisz 

