Neue Schockanruf-Masche in Radebeul und Dresden: Betrüger fordern 125.000 Euro für ein angeblich lebensrettendes Medikament. Foto © ArchivNeue Schockanruf-Masche in Radebeul und Dresden: Betrüger fordern 125.000 Euro für ein angeblich lebensrettendes Medikament. Foto © Archiv

Innerhalb weniger Stunden haben Betrüger in Dresden und Radebeul mit einer besonders perfiden Masche versucht, ältere Menschen um hohe Geldsummen zu bringen. In beiden Fällen gaben sich die Anrufer als medizinisches Personal aus und behaupteten, eine Tochter der Angerufenen schwebe in Lebensgefahr. Am Dienstagnachmittag klingelte bei einer 79-jährigen Frau in Dresden-Weißig das Telefon. Am anderen Ende meldete sich ein angeblicher Professor eines Krankenhauses. Die Geschichte klang dramatisch: Die Tochter sei schwer erkrankt, nur ein äußerst teures Medikament könne sie noch retten. Dann kam die entscheidende Frage: Wie viel Geld könne die Mutter bezahlen?

Die Seniorin blieb misstrauisch. Sie ging nicht auf die Forderung ein. Der Betrugsversuch scheiterte. Nur wenige Stunden später versuchten Täter dieselbe Masche bei einem Ehepaar in Radebeul. Diesmal meldete sich eine angebliche Professorin einer Klinik. Die Tochter des Paares sei lebensgefährlich krank, behauptete die Anruferin. Ein neuartiges Medikament aus der Schweiz müsse sofort beschafft werden. Preis: 125.000 Euro.

Als die 63-jährige Frau erklärte, sie habe lediglich 2.000 Euro zur Verfügung, akzeptierten die Betrüger überraschend den deutlich geringeren Betrag. Ein Treffpunkt vor einer Klinik wurde vereinbart. Das Telefonat lief weiter, während sich die Frau bereits auf den Weg machte. Dann riss die Verbindung ab. Genau in diesem Moment klingelte erneut das Handy. Diesmal war es tatsächlich die Tochter. Gesund. Nicht im Krankenhaus. Und vor allem nicht auf ein Medikament aus der Schweiz angewiesen. Der Schwindel flog auf, bevor Geld übergeben werden konnte.

Die Fälle sind kein Einzelfall. Allein in den vergangenen 24 Stunden registrierte die Polizei im Landkreis Meißen 17 weitere betrügerische Anrufe. Mal warnen die Täter vor angeblichen Einbrechern in der Nachbarschaft, mal sollen Angehörige in Not geraten sein. Die Rollen wechseln. Das Ziel bleibt immer gleich: Angst erzeugen und Geld kassieren.

Die Polizei rät deshalb, bei unerwarteten Anrufen grundsätzlich skeptisch zu bleiben. Wer unter Druck gesetzt wird, sollte das Gespräch beenden und Angehörige direkt kontaktieren. Geld oder Wertgegenstände gehören niemals in die Hände unbekannter Abholer – auch dann nicht, wenn sich diese als Ärzte, Anwälte oder Polizisten ausgeben.

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