Lärmschutzwand mit Glas vermittelt nicht ganz das Gefühl eingesperrt zu sein. Foto © ArchivLärmschutzwand mit Glas vermittelt nicht ganz das Gefühl eingesperrt zu sein. Foto © Archiv

Wer entlang der Bahnstrecke zwischen Dresden und Radebeul wohnt, dürfte in den kommenden Jahren Veränderungen sehen – und vor allem hören. Die Deutsche Bahn plant, die Strecke zwischen dem Bahnhof Dresden-Neustadt und der Stadtgrenze zu Radebeul umfassend mit Lärmschutzwänden auszustatten. Ab 2031 sollen auf rund 7,2 Kilometern neue Wände entstehen. Die Investitionssumme liegt bei rund 18 Millionen Euro.

Vorgestellt wurden die Pläne am Montag im Dresdner Hauptbahnhof. Dort eröffnete die Bahn eine Wanderausstellung zum Bundesprogramm für die Lärmsanierung an bestehenden Bahnstrecken und gab zugleich einen Ausblick auf die nächsten Projekte in Dresden und der Region. Für viele Anwohner entlang der Strecke ist das eine gute Nachricht. Die Verbindung gehört zu den am stärksten befahrenen Bahnachsen der Region. Personenzüge rollen hier im Minutentakt, dazu kommt der Güterverkehr. Sollte die geplante Neubaustrecke Dresden–Prag Realität werden, dürfte die Zahl der Güterzüge künftig weiter steigen. Mehr Verkehr bedeutet zwangsläufig auch mehr Lärm – und genau darauf soll das Projekt vorbereitet sein.

Dass Lärmschutz nicht automatisch auf Zustimmung stößt, zeigt ein Blick nach Dresden-Pieschen. Dort sollen bereits 2028 neue Lärmschutzwände entstehen. Ursprünglich waren mehr als vier Meter hohe, geschlossene Wände geplant. Anwohner befürchteten, dass ihre Hinterhöfe dauerhaft im Schatten liegen würden. Nach Kritik und politischen Gesprächen hat die Bahn ihre Planung nun überarbeitet. Im Bereich Moritzburger Platz und Leisniger Straße soll die obere Hälfte der Wände künftig durchgängig transparent ausgeführt werden. So bleibt mehr Tageslicht erhalten, ohne auf den Lärmschutz zu verzichten.

Für Radebeul könnte diese Entscheidung Signalwirkung haben. Auch hier verläuft die Bahnstrecke stellenweise dicht an Wohnhäusern vorbei. Welche Bauweise die späteren Lärmschutzwände an der Stadtgrenze erhalten werden, ist bislang noch offen. Klar ist aber schon jetzt: Transparente Elemente könnten helfen, Anwohner vor Zuglärm zu schützen, ohne Straßen, Gärten oder Blickachsen komplett abzuschirmen.

Der Pieschener Stadtrat Stefan Engel sieht genau darin den richtigen Weg. Aus seiner Sicht muss Lärmschutz funktionieren, ohne das Wohnumfeld unnötig zu beeinträchtigen. Gerade an sensiblen Abschnitten und im Bereich von Bahnbrücken brauche es Lösungen, die sowohl den Schallschutz als auch das Stadtbild berücksichtigen. Bis die Bagger zwischen Dresden-Neustadt und Radebeul anrollen, werden noch einige Jahre vergehen. Doch mit den jetzt vorgestellten Plänen steht fest: Die Bahn bereitet sich auf mehr Verkehr vor – und Radebeul gehört zu den Orten, an denen sich das in den kommenden Jahren sichtbar verändern wird.

Barrierefreiheit