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Die größte Herausforderung der Mountainbike-Abteilung des SV Elbland ist weder ein steiler Anstieg noch ein schwieriger Waldpfad. Es ist die Warteliste. Drei Jahre müssen Kinder inzwischen warten, um einen Platz in der Gruppe von André Stübner zu bekommen. Ein Problem, über das sich viele Vereine freuen würden. Dabei geht es hier nicht um Leistungssport oder die Jagd nach Pokalen. André Stübner möchte vor allem eines: Kinder sicher auf zwei Rädern machen. „Wir wollen die Kinder von der Straße holen und ihnen sicheres Fahren, Körperbeherrschung und Balance beibringen“, sagt er.
Seit fast 20 Jahren verfolgt der Mitarbeiter der Tretmühle dieses Ziel. Die Verbindung zwischen Fahrradladen und Nachwuchsarbeit reicht weit zurück. 1997 gründete Bernd Pfützner die Tretmühle. André Stübner war von Anfang an mit dabei. Als das Unternehmen 2006 nach Radebeul kam, suchte er den Kontakt zum SV Elbland. Aus einer Idee entstand eine Mountainbike-Gruppe für Kinder und Jugendliche. Was damals klein begann, hat sich zu einer festen Größe im Radebeuler Vereinsleben entwickelt.
Heute trainieren mehr als 40 Kinder regelmäßig in der Mountainbike-Abteilung des SV Elbland. Neun Trainer kümmern sich um die verschiedenen Altersgruppen. Besonders stolz macht Stübner dabei eine Entwicklung, die sich über die Jahre fast von selbst ergeben hat. Die Kinder von damals sind inzwischen erwachsen geworden. Einige begleiten heute selbst die Ausfahrten, unterstützen die Jüngeren oder haben sogar einen Trainerschein gemacht. Aus Teilnehmern wurden Vorbilder für die nächste Generation.
Insgesamt haben in den vergangenen Jahren mehr als 150 Kinder und Jugendliche die Mountainbike-Abteilung durchlaufen. Mitmachen können Jungen und Mädchen ab sieben Jahren. Weil weitere Trainer fehlen, wächst die Warteliste Jahr für Jahr. „Wir suchen immer gute Leute, die Lust haben, mit Kindern zu arbeiten und sich einzubringen. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit melden“, sagt Stübner.
Start ist am Mohrenhaus. Dort ist die Gruppe längst ein vertrauter Anblick. Auch die Leiterin des Hortes freut sich über das Angebot, das Bewegung, Gemeinschaft und Naturerlebnis miteinander verbindet. Das eigentliche Training beginnt jedoch erst hinter dem Gelände. Die jüngeren Fahrer erkunden die Wege bis zum Spitzhaus und die Weinberge von Radebeul-Ost. Spielerisch lernen sie Bremsen, Kurvenfahren, Gleichgewicht und den sicheren Umgang mit ihrem Fahrrad. Für die Älteren darf es deutlich anspruchsvoller werden. Dann führen die Touren bis ins Linkselbische. Besonders beliebt ist die Strecke zum Totenhäuschen gegenüber der Bosel. Wer dort mithalten möchte, braucht Ausdauer, Konzentration und Fahrtechnik. Strecken von 25 bis 30 Kilometern sind keine Seltenheit.
Vielleicht erklärt genau das den Erfolg der Gruppe. Denn während viele Vereine Nachwuchs suchen, warten in Radebeul Kinder gleich mehrere Jahre darauf, endlich mitfahren zu dürfen.


