„Weißes Haus“: Jetzt prüft die Stadt ein Verfahren gegen den Veranstalter. Foto © Branczeisz„Weißes Haus“: Jetzt prüft die Stadt ein Verfahren gegen den Veranstalter. Foto © Branczeisz

Der Streit um Veranstaltungen im „Weißen Haus“ in Radebeul kommt nicht zur Ruhe. Nach einer privaten Abifinanzierungsfeier in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai 2026 prüft die Stadt erneut die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens wegen Lärmbelästigung. Das geht aus einer Stellungnahme der Stadtverwaltung auf eine umfangreiche Anzeige hervor.

Anwohner hatten sich zuvor massiv über laute Musik, dröhnende Bässe und nächtlichen Partylärm beschwert. In einer umfangreichen Anzeige wird dem Träger JuCo sogar vorgeworfen, das Gebäude faktisch als Diskothek zu nutzen – obwohl das „Weiße Haus“ baurechtlich lediglich als soziale Einrichtung genehmigt sei. Zudem kritisieren die Anwohner regelmäßige Vermietungen und Veranstaltungen, die ihrer Ansicht nach gegen Ruhezeiten und geltende Vorschriften verstoßen. Besonders die Abi-Party sorgte erneut für Ärger. Laut Anzeige seien selbst bei geschlossenen Fenstern starke Bässe noch deutlich im Wohngebiet zu hören gewesen. Die Polizei bestätigte demnach vor Ort eine Abi-Feier, die nicht beim Ordnungsamt angemeldet gewesen sein soll. Die Veranstaltung habe laut Angaben des Veranstalters gegenüber der Polizei bis gegen 1.30 Uhr andauern sollen.

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass aktuell ein umfangreiches Nutzungskonzept für das Weiße Haus erarbeitet werde. Zudem seien Veranstaltungen bereits beauflagt und würden kontrolliert. Konkret kündigt die Stadt für die „Radebronx Games – Skateboard und BMX Contest“ am 6. Juni Auflagen an: Musik müsse ab 21 Uhr beendet werden, Veranstaltungsende sei spätestens 22 Uhr. Außerdem sollen im Rahmen der Veranstaltung erstmals offizielle Lärmmessungen an der Skateranlage durchgeführt werden.

Weitere Messungen seien am 13. Juni bei der Open-Air-Veranstaltung „Rock für den Tierschutz“ geplant. Die Kritik der Anwohner geht jedoch weit darüber hinaus. In der Anzeige wird unter anderem bemängelt, dass ein bereits 2005 gefordertes Lärmschutzkonzept aus ihrer Sicht nie vollständig umgesetzt worden sei. Zudem werfen die Beschwerdeführer dem Jugendamt mangelnde Kontrolle vor und sprechen von einer „ungewöhnlichen Mehrfachbelastung“ des Wohngebiets durch Partybetrieb, Skateranlage, Konzerte und Freizeitlärm. Während die Stadt auf laufende Prüfungen und Gespräche verweist, bleibt der Konflikt zwischen Anwohnern, JuCo und Verwaltung damit offenbar weiter ungelöst.

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