Radeburg. Die Heidewiesenbach-Brücke kurz hinter dem Ortsausgang Radeburg über die Autobahn entstand 2021 – am 22. Juni 2023 endete der drei Millionen Euro teure S-100-Ausbau. Aber noch heute zwingt eine mobile Ampel alle zum Halten. Die neue Fahrbahn ist halbseitig gesperrt. Dauerhaft. Doch nicht etwa die Brücke versagt, sondern das System aus Bordgerinnen und zwei Leichtflüssigkeitsabscheidern.
Das LASuV verweist nun auf häufigeren Starkregen und lässt jetzt mit aktuellen Regenwerten die neue Brückenentwässerung neu planen. Die berechnete Dimensionierung halte der Praxis nicht stand, heißt es schlicht. Doch eine moderne Entwässerung muss Reserven für Extremregen besitzen. Außerdem: Lagen 2020/2021 keine entsprechenden Daten vor? So lange liegt das Bauvorhaben schließlich auch nicht zurück.
Auch von ständigem Hochwasser des Heidewiesenbachs kann keine Rede sein. Belegt ist ein extremes Ereignis an der Waldrose vom 30. Mai 1941. Für ein aktuelles Bachhochwasser an der neuen Brücke gibt es kein Datum. Der heutige Rückstau entsteht stattdessen vielmehr innerhalb der Straßenentwässerung. Also doch eine Fehlplanung? Wie auch immer. Das führt jedenfalls zu einem dauerhaften Ampel-Irrsinn – und das auf einer der Hauptrouten von Radeburg nach Königsbrück und Kamenz.
Eine ältere amtliche Zahl nennt an der A-13-Querung bereits 1.875 Fahrzeuge täglich. Bei nur einer Minute Wartezeit wären das gut 31 Motorstunden. Verbrenner benötigen im Leerlauf etwa 0,5 bis einen Liter pro Stunde. Bei rund 2,15 Euro je Liter ergibt das rechnerisch 34 bis 67 Euro täglich – ohne Anfahrverluste, Lkw, Ampelmiete oder Wartung. Hinzu kommen Abgase und Bremsabrieb. Ein teures Dauerprovisorium wegen einer zu knapp geplanten Entwässerung.



