Falk Noack, Ulrike Grundmann, Andreas Führlich können sich freuen - ein Lebenswerk ist entstanden. Foto © Sabine MutschkeFalk Noack, Ulrike Grundmann und Andreas Führlich können sich freuen - ein Lebenswerk ist entstanden. Foto © Sabine Mutschke

Nach rund 20 Monaten Bauzeit steht der Sonnenstrahl e.V. Dresden kurz vor einem bedeutenden Meilenstein seiner Vereinsgeschichte. Unweit der onkologischen Station der Kinderklinik am Universitätsklinikum Dresden ist ein neues Haus entstanden, das künftig deutlich bessere Bedingungen für die Betreuung krebskranker Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien bieten soll. Der Grundstein für das Projekt wurde im Mai 2024 gelegt.

„Wir sitzen quasi auf gepackten Kisten“, sagt Falk Noack, Geschäftsführer des Sonnenstrahl e.V. Mit dem Neubau reagiert der Verein auf den steigenden Bedarf an Unterstützung für betroffene Familien. Am bisherigen Standort auf der Goetheallee sind die Kapazitäten seit Jahren ausgeschöpft. Am Universitätsklinikum Dresden werden jährlich etwa 100 neue Krebsdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen gestellt. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Heilungsrate inzwischen bei rund 90 Prozent. Viele junge Patientinnen und Patienten benötigen jedoch über Jahre hinweg Nachsorge und therapeutische Begleitung. Der Sonnenstrahl e.V. betreut aktuell rund 300 Familien in der Akutphase und in der Nachsorge.

Das neue Gebäude bietet deutlich mehr Raum für therapeutische Angebote wie Musik-, Kunst- und Sporttherapie. Auch die Krebsberatungsstelle des Vereins sowie die Geschäftsstelle ziehen in das neue Haus ein. Besonders die Sporttherapie profitiert von den neuen Möglichkeiten: Der großzügige Sportraum verfügt über eine rollstuhlgerechte Umkleide und Dusche, eine Klimaanlage und neue Trainingsmöglichkeiten, etwa durch an der Decke befestigte TRX-Schlingenbänder, mit denen der gesamte Körper effektiv trainiert werden kann.

Auch für junge Erwachsene entsteht ein wichtiges Angebot. Der Sonnenstrahl e.V. stellt im Neubau zwei Ambulanzräume mietfrei für eine sogenannte Transitionssprechstunde zur Verfügung. Dieses Angebot wurde 2020 gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Dresden eingerichtet und begleitet Jugendliche beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin. Das fünfgeschossige Gebäude wird zudem teilweise vom Universitätsklinikum genutzt. Zwei Etagen vermietet der Verein für Projekte, die sich ebenfalls um Kinder in schwierigen Lebenssituationen kümmern. Im ersten Obergeschoss entsteht das Sächsische KinderPalliativ Zentrum. Das Erdgeschoss wird künftig vom Kinderschutzhaus genutzt.

Die Finanzierung des Neubaus war ein Kraftakt. Insgesamt mussten 7,1 Millionen Euro aufgebracht werden. Einen wichtigen Anteil bildete ein Erbe von einer Million Euro des Dresdner Kabarettisten Olaf Böhme. Weitere Mittel stammen aus über Jahre angesparten Rücklagen sowie aus Spendenaktionen. Mehr als 1,3 Millionen Euro konnte der Verein durch Spenden einwerben, darunter 370.000 Euro von 25 sogenannten Baupaten, die jeweils mindestens 10.000 Euro beigetragen haben.

Zusätzlich unterstützten sechs große Stiftungen das Projekt mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro: die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die Stiftung Deutsches Hilfswerk der Deutschen Fernsehlotterie, die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung, „Bild hilft e.V. – Ein Herz für Kinder“, die „Tour der Hoffnung“ sowie die Hildegard Wünsche Stiftung. Für die beiden Etagen, die künftig an das Universitätsklinikum vermietet werden, nahm der Verein zudem einen Kredit auf.

Ein besonderer Ort im neuen Haus ist der sogenannte José Carreras Begegnungsraum im Staffelgeschoss. Der Raum bietet je nach Bestuhlung Platz für bis zu 70 Personen und wurde von der Deutschen José Carreras-Stiftung finanziert. Nebenan befindet sich eine großzügige Küche, in der Kinder, Jugendliche und Eltern gemeinsam kochen oder backen können. Eine rund 60 Quadratmeter große Terrasse lädt zusätzlich zum Verweilen ein. Der Begegnungsraum soll künftig für Elterntreffen, Geschwistertage, Vereinsveranstaltungen oder auch kleine Konzerte und Kinoabende genutzt werden. „Das Haus eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Führlich. „Wir können die Erkrankung nicht aus der Welt schaffen, aber wir können Familien künftig noch besser unterstützen – auch dank der unmittelbaren Nähe zur Kinderonkologie.“

Nach dem Umzug plant der Verein bereits den nächsten Schritt. Die frei werdenden Räume in der bisherigen Villa Sonnenstrahl auf der Goetheallee sollen künftig zu Familienappartements mit eigener Küche umgebaut werden. Viele Eltern, deren Kinder über längere Zeit in der Klinik behandelt werden, wünschen sich einen Rückzugsort und die Möglichkeit zur Selbstversorgung während dieser belastenden Phase. Der Sonnenstrahl e.V. Dresden wurde 1990 von Ärzten, Krankenschwestern und betroffenen Eltern gegründet. Seitdem unterstützt der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Familien in der Akutphase der Erkrankung sowie in der oft jahrelangen Nachsorge. Neben therapeutischen Angeboten organisiert der Verein auch Selbsthilfegruppen, Projekte für Geschwisterkinder, erlebnispädagogische Aktivcamps sowie verschiedene Freizeit- und Unterstützungsprogramme.

Spendenkonto des Sonnenstrahl e. V. Ostsächsische Sparkasse Dresden IBAN: DE82 8505 0300 3120 1134 32 BIC: OSDDDE81XXX Sonnenstrahl e.V. Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche

Neue Anschrift (ab 03/2026): Schubertstraße 11, 01307 Dresden Tel. 0351/ 315839-00

info@sonnenstrahl-ev.org

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