Es ist eine kleine Zahl, auf die der Meißner Revierleiter Peer Barthel die Radebeuler Stadträte aufmerksam macht: 6 Fälle, statt einem im Vorjahr. Das klingt nicht spannend, aber auch in Radebeul könnte sich damit ein Trend andeuten, der bundesweit zu beobachten ist – es wird wieder mehr gekokst. Cannabis ist dagegen nur noch ab und an eine Ordnungswidrigkeit, wenn jemand z.B. mehr als 25 Gramm bei sich hat. „Kokain ist im Kommen“, so Barthel. Eher eine Nobel-Droge und wieder im Trend. Barthel hat Zahlen und Trends zur letzten Ratssitzung mitgebracht – zwar noch nicht die offizielle Statistik 2025, die wird wohl erst im April vorliegen – aber die ablesbaren Daten aus dem polizeilichen Auskunftssystem.
Ob Radebeul nun die „Insel der Glückseeligen“ ist, mag jeder für sich beurteilen. Fakt ist, die Zahlen sind moderat, die Delikte ebenso – zumindest sind Körperverletzungen deutlich zurückgegangen, Mord und Totschlag eher ein Fremdwort. Sexuelle Übergriffigkeiten beziehen sich nicht auf Vergewaltigung, sondern verbale Belästigung bzw. Berührungen. Auch die oft zitierten „kriminellen Jugendlichen“, sucht man in der Radebeuler Statistik zum Glück vergeblich.
Was die Radebeuler im vergangenen Jahr und wohl auch zu Jahresbeginn umtreibt sind zwei Delikte, die auch nahegehen und deshalb für Aufregung und Wut sorgen: Wohnungseinbrüche und Fahrradklau.
Letztere haben von 373 (in 2024) auf 472 Fälle (in 2025) nicht nur genommen, sondern verursachen auch immer höhere Schäden, weil es es vorrangig um teurere E-Bikes geht – und die werden nicht irgendwo mal mitgenommen, sondern auf Bestellung aus Kellern und Garagen geklaut. Das ist zum Geschäftsmodell gut organisierter Banden geworden. Bei den Wohnungseinbrüchen ist zumindest letzteres ebenso zu vermuten. Von Coswig über Radebeul bis Moritzburg haben die Einbrüche zugenommen. Dem wird sich die Polizei in diesem Jahr wieder mit einer Sondergruppe widmen, denn Einbrüche ins persönliche Lebensumfeld gehören zu den Delikten, die am meisten verunsichern.
Was Familien vielleicht tun können: Sich Gedanken machen, wie Angehörigen besser bei Trickbetrügern gewappnet sind. Feste Rituale verabreden, über das Thema miteinander sprechen zum Beispiel. Denn die Abzocke, ob nun am Telefon oder als getarnter Polizist bzw. Bank-Mitarbeiter, nimmt kein Ende.


