"Frau Butter" mit dem "Schlossbrett", eine rkalte Spezialität, die sich gemütlich bei einem Plausch verzehren lässt. Foto © Branczeisz"Frau Butter" mit dem "Schlossbrett", eine rkalte Spezialität, die sich gemütlich bei einem Plausch verzehren lässt. Foto © Branczeisz

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Wer „Frau Butter“ kennenlernen will, findet sie selten am selben Ort. In der Gaststätte „Frau Butter“ in Altkötzschenbroda ist sie Köchin, Wirtin, Organisatorin, Dekorateurin, Gärtnerin und auch Entertainerin. Seit Juli 2021 betreibt die gebürtige Gastronomin im Familienunternehmen das historische Anwesen, das vielen Radebeulern noch als „Stumphs Hof“ bekannt ist. Entdeckt hat sie die Immobilie während der Corona-Zeit. Sie hat sich beworben und in das Haus verliebt. Im Mai bekam sie die Schlüssel von Eigentümer Dr. Christoph Dross in die Hand gedrückt, schon am 1. Juli öffnete die Gaststätte bereits.

Das Gebäude selbst erzählt Geschichte. Die Decke mit ihren ländlichen Motiven stammt aus einer früheren Umgestaltung durch den Eigentümer. Historische Werbeschilder erzählen von früher. Als Frau Butter einzog, dominierten dunkle Grüntöne. Heute bestimmt mediterranes Rosa das Bild. Warme Töne, alte Krüge, Blumen, Kuscheltiere und Tiermotive verleihen den Räumen eine gemütliche Atmosphäre.

Auch draußen setzt sich dieses Konzept fort. Der weitläufige Sommergarten zählt zu den größten entlang der Straße. Aber hier sitzt der Gast großzügig im Grünen, wie im eigenen Garten. Unter alten Bäumen verteilen sich Tische und Stühle zwischen Olivenbäumen, Weinstöcken und Blumenkübeln. Statt enger Biergartenreihen entsteht ein lockeres Hofgefühl, das viele Gäste gezielt suchen. Eine besondere Attraktion sind die Kaninchen im kleinen Streichelzoo. Die Tiere gehören fest zum Hofleben und haben längst ihre eigenen Fans. Frau Butter nennt sie liebevoll ihre „Muckis“ und versorgt sie regelmäßig mit frischem Futter. Vor allem Familien mit Kindern machen oft zuerst einen Abstecher zu den Langohren, bevor überhaupt ein Blick in die Speisekarte fällt.

Dass Kreativität in der Familie liegt, überrascht kaum. Ihr Vater arbeitete als Fotograf, ihr Urgroßvater war Maler. Kulinarisch setzt Frau Butter auf frische Landhausküche mit mediterranen Einflüssen. Die Speisekarte wird saisonal mit aktuellen Gerichten ergänzt – auch deshalb, weil viele Stammgäste regelmäßig vorbeischauen und Neues erwarten. Zu den Klassikern gehören Schnitzel vom Kalb oder Schwein, Fischgerichte, Zitronenhähnchen und Lachs. Ergänzt wird das Angebot durch Flammkuchen aller Art und die beliebte Pinsa. Besonders stolz ist die Küchenchefin auf das sogenannte „Schlossbrett“, eine kalte Spezialität, die sich gemütlich bei einem Plausch verzehren lässt – allein, zu zweit oder in fröhlicher Runde.

Kochen gehört seit ihrer Kindheit zum Alltag. Die singende Köchin stammt aus einer Gastronomenfamilie und steht bis heute regelmäßig selbst am Herd. Auch im Waldschlößchen in Meißen, das seit 13 Jahren im Besitz der Familie ist. Dort finden Theaterabende, Krimidinner, Sonntagsbrunch, Tanzveranstaltungen, Hochzeiten und Firmenfeiern statt.

Frau Butter trällert übrigens nicht nur drauflos. Sie hat Musik und Gesang studiert und stand früher mit der Theo-Schumann-Band auf der Bühne. Bei Veranstaltungen schlüpft sie gern in verschiedene Rollen, darunter die Gräfin Cosel in einem „traumhaften Kleid“, wie sie schwärmt, oder Figuren aus dem Programm „Weihnachtsgans Auguste“. Viele Gäste kennen sie deshalb sowohl aus dem Gastraum als auch von der Bühne.

Während andere Gastronomen irgendwann Feierabend machen, kontrolliert die Macherin oft noch den Garten, füttert die Kaninchen oder steht sogar selbst am Spülbecken. „Ich will wissen, wenn ein Glas umfällt“, lautet einer ihrer Lieblingssätze. Alles muss stimmen. Dass eine ausgebildete Sängerin, Bühnenkünstlerin, Köchin, Gärtnerin, Organisatorin und Wirtin in Personalunion nicht lange stillsitzen kann, überrascht deshalb kaum. An einem normalen Tag wechselt sie häufiger die Rolle als andere Menschen ihre Schuhe: morgens Gastgeberin, mittags Köchin, nachmittags Kaninchenpflegerin und abends Entertainerin. Nur das Dirndl bleibt manchmal im Schrank. Die Kellnerschürze gewinnt deutlich häufiger.

www.frau-butter.de

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