Im Elbland wird es ungewohnt still: Vom 2. bis 20. November 2026 stehen die Züge der Lößnitzgrundbahn und Weißeritztalbahn komplett still. Die planmäßige Betriebspause ist allerdings alles andere als Urlaub für die Teams. Auf dem Programm stehen Gleisbau, Reparaturen an Dampfloks und Schulungen. Für Fahrgäste heißt das: In dieser Zeit fährt auf beiden Strecken kein Zug.
Weißeritztalbahn: Gleise, Technik und jede Menge Lok-Arbeit
Zwischen Freital und Kipsdorf wird an Strecke und Gleisanlagen gearbeitet. Im Bahnhof Kipsdorf tauschen die Fachleute das Herzstück einer Weiche aus, am Bahnübergang in Dippoldiswalde steht eine Softwareänderung an. Nebenbei laufen die Vorbereitungen für „Bimmelbahn & Lichterglanz“ am ersten Adventswochenende, dem 28. und 29. November.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt Dampflok 99 762. Sie fährt bis zur Pause im Regelbetrieb, dann geht es ans Triebwerk: Der gesamte Treib- und Kuppelstangensatz wird abgebaut. Weil die Kuppelstangenlager nach hoher Laufleistung verschlissen sind, werden sie neu ausgegossen, passgenau bearbeitet und wieder eingepresst. Die Stangen sowie Kreuzkopf- und Gelenkbolzen werden zerstörungsfrei auf Risse und Materialschäden geprüft. Wenn ohnehin alles offenliegt, bekommen Triebwerk und Stangen einen frischen Anstrich. Lok 99 734 ist bereits in der planmäßigen Wartung; ihre Arbeiten sollen in der Pause abgeschlossen werden. Die 99 741 hält sich bis dahin als Reserve für die 99 762 bereit und wird anschließend für „Bimmelbahn & Lichterglanz“ fit gemacht.
Lößnitzgrundbahn: Brückensanierung und Technik unter der Lupe
Auch auf der Strecke von Radebeul über Moritzburg nach Radeburg wird gebaut. Neben der normalen Gleis- und Streckenpflege steht die Sanierung der Brücke über den Dippelsdorfer Teich an. Parallel entsteht entlang der Bahnstrecke der Wanderweg „Lößnitzpfad“. In der Werkstatt ist Lok 99 747 eine größere Baustelle. Nach dem Auswaschen des Kessels wurde der gesamte Treib- und Kuppelstangensatz demontiert. Die Kuppelstangenlager sind bereits neu ausgegossen und werden in der Dreherei passend bearbeitet. Auch die innere und äußere Dampfsteuerung wurde komplett zerlegt: Einzelteile müssen aufgearbeitet oder ersetzt werden. Das gilt ebenfalls für dampfführende Komponenten und die Kolbenschieber, bevor alles wieder montiert werden kann.
Die 99 608 bleibt bis zur Pause Reserve für Lok 99 761. Während der Sperrzeit wird ihr Kessel ausgewaschen, anstehende Reparaturen werden erledigt. Außerdem prüfen die Fachleute die geteilten Kuppelstangenlager des Stangenantriebs und stellen sie bei Bedarf nach. Die 99 761 soll nach der Sperrung zunächst weiterfahren – voraussichtlich bis zum 3. Dezember. Während der Betriebspause sind an ihr keine zusätzlichen Arbeiten geplant.



