Wenn Stress krank macht: Radebeuler Heilpraktikerin Theresa Scholz geht der Sache auf den Grund. Foto © BranczeiszWenn Stress krank macht: Radebeuler Heilpraktikerin Theresa Scholz geht der Sache auf den Grund. Foto © Branczeisz

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Stress gehört für viele längst zum Alltag – doch genau das ist das Problem. Heilpraktikerin Theresa Scholz bringt es auf den Punkt: „Gestresst sind wir alle.“ Dahinter steckt jedoch kein modernes Phänomen, sondern ein uraltes Überlebensprogramm. Unter Stress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus – ein Mechanismus aus der Evolution. Damals ging es ums nackte Überleben, etwa bei der Flucht vor dem Säbelzahntiger. Später im Krieg bedeutete Dauerstress ebenfalls: funktionieren, nicht fühlen. Denken an Liebe, Genuss oder Ruhe? Fehlanzeige. Genau dieses Muster tragen viele heute noch in sich – mit Folgen für Beziehungen, Körper und Psyche.

Denn im Stressmodus läuft der Körper auf Sparflamme, wenn es um Regeneration geht. Verdauung findet nur in Ruhe statt. Wer ständig unter Druck steht, kämpft deshalb oft mit Magen- und Darmproblemen. Gleichzeitig wird trotzdem gegessen – meist hastig, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Abnehmen? Laut Scholz unmöglich im Dauerstress. Der entscheidende Punkt sei, den eigenen größten Stressfaktor zu erkennen. „Dort wollen wir oft nicht hinsehen“, sagt sie. Stattdessen funktioniere man weiter, bleibe im ständigen Tun. Genau das lenke davon ab, was eigentlich nicht stimmt.

Auch äußere Faktoren spielen eine Rolle: zu wenig Tageslicht, zu viel Zeit in geschlossenen Räumen, ein Ungleichgewicht aus Bewegung und Ruhe. Der Körper brauche Licht, um Melatonin zu bilden – wichtig für den Schlaf. Nächtliches Aufwachen sei oft kein Blasenproblem, sondern ein Zeichen dafür, dass der Körper überhaupt erst zur Ruhe kommt.

Für Scholz ist klar: Stress bedeutet immer Druck – und auch Grenzüberschreitung. Wer ständig Energie verliert, sagt zu selten „Nein“ oder lässt zu, dass andere Grenzen überschreiten. Die Folge ist ein dauerhafter Energieverlust. In ihrer Praxis setzt sie nicht nur auf klassische Ansätze. Nahrungsergänzungsmittel sieht sie kritisch („Dünnbrettbohren“), arbeitet stattdessen mit Balancer, Duftölen und Klanggabeln. Denn Düfte und Töne erreichen das Gehirn direkt – Blockaden werden schneller spürbar.

Ein einfacher Test zeigt, wie tief das Problem sitzt: Zwei Stunden allein im Wald, ohne Handy, ohne Ablenkung. Für viele unvorstellbar. „Die halten das nicht aus“, sagt Scholz. Ständiges Beschäftigtsein sei zur Normalität geworden – und verhindert, dass man sich selbst wirklich wahrnimmt. Dabei geht es längst um mehr als nur Stress. Es ist ein Konflikt zwischen Leistung und innerer Balance. Wer dauerhaft funktioniert, verliert den Zugang zur Gegenwart. Statt im Hier und Jetzt zu leben, dominieren Sorgen über die Zukunft und Belastungen aus der Vergangenheit.

Die körperlichen Signale sind eindeutig: chronische Entzündungen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen oder Tinnitus. Für Scholz sind das keine Zufälle, sondern klare Botschaften des Körpers. „Ich muss mich hinlegen“ oder „Ich kann’s nicht mehr hören“ – der Körper spricht, wenn die Seele nicht mehr gehört wird.

Ihre klare Botschaft: Heilung passiert nur in Ruhe. „Schnell noch“ zur Behandlung? Falsch. „Weniger ist mehr“, sagt sie. Wer wieder lernt, innezuhalten, Grenzen zu setzen und die Gegenwart bewusst zu erleben, hat die Chance, aus dem Dauerstress auszubrechen – und wirklich gesund zu werden.

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