Flack`s ist 2023 Deutschlands bester Getränkehändler geworden. Foto © Adrian LudwigFlack`s ist 2023 Deutschlands bester Getränkehändler geworden. Foto © Adrian Ludwig

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Ein Getränkemarkt ist ein Ort, an dem eingekauft wird. Rein, raus, erledigt. Bei Flack’s in Radebeul ist das etwas anders. Hier wird probiert, diskutiert, empfohlen – und genau daraus ist die Weinfatsche entstanden. Am 6. Juni ist es wieder so weit: Von 16 bis 22 Uhr lädt Flack’s zur dritten Ausgabe in die Hoflößnitzstraße 3, diesmal unter dem Motto „Italien“.

Der Anlass dafür war zunächst ein nüchterner. Die Baustellen in Radebeul-Ost und West sorgten dafür, dass viele Kunden schlicht nicht mehr vorbeikamen. Statt auf bessere Zeiten zu warten, wurde umgedacht. Gemeinsam mit Gräfes Wein & fein und der Parfümerie Ast entstand ein Format, das gezielt Menschen anzieht – und sie länger bleiben lässt. Das lohnt sich ja auch: Über 400 sächsische Weine, Sekte und Spirituosen von 23 Weingütern stehen bei Flack’s im Sortiment. Dazu kommt eine Verkostungsstation mit monatlich 16 wechselnden Weinen. Wer hier einkauft, bekommt selten nur eine Flasche – sondern auch eine Geschichte dazu. Welche Lage, welcher Jahrgang, warum genau dieser Wein gerade passt. Es geht um Entdecken – ein Markt für Feinschmecker eben. Ergänzt wird das Sortiment inzwischen durch kleinere Betriebe aus angrenzenden Regionen. Intern spricht man längst von „Sächsische Weinstraße & Nachbarn“. Auch alkoholfreie Weine aus Sachsen sind ein Thema geworden – noch selten, technisch aufwendig, aber zunehmend gefragt.

Hier treffen sich die sächsischen Weingästeführer nicht nur zum Plausch. Rund 20 Fachleute aus der Region zwischen Weinböhla und Diesbar-Seußlitz kommen hier jeden Monat zusammen, probieren und entwickeln neue Ideen für Touren. So wird Wissen weitergegeben und es entstehen neue touristische Angebote.

Die Weinfatsche bündelt all das. Mindestens 15 Weine stehen an dem Tag zur Verkostung bereit, viele Winzer sind selbst vor Ort. Um 17 Uhr eröffnet die ehemalige Weinkönigin 2023/2024, Alona Chesnok, den Abend. Später werden weitere bekannte Gesichter erwartet, dazu ein Überraschungsgast gegen 20 Uhr. Ein festes Programm gibt es bewusst nicht – der Abend entwickelt sich aus Gesprächen, Begegnungen und spontanen Momenten. Parallel dazu läuft das, was dazugehört: Gräfes Wein & fein sorgt für Essen, frisch gezapftes Meißner Schwerter Bier für eine Alternative zum Wein. Eine Modenschau, Angebote der Parfümerie Ast und ein Make-up-Stand von Sensai setzen zusätzliche Akzente, ohne den Charakter zu überlagern. Wer möchte, kann in den Sonnenuntergang hinein schwofen.

Dass Flack’s heute so funktioniert, hat mit seiner Geschichte zu tun. Pfiffig waren sie. 1903 gegründet als Obst- und Gemüsegroßhandel, im 1. und 2. Weltkrieg wurde mit Kartoffeln, Weihnachtsbäumen und Kohlen gehandelt. Zu DDR-Zeiten gab es dann Obst- und Gemüsekonserven aus dem Spreewald – die Versorgung des Landkreises Dresden-Land musste gesichert werden. So manches großformatige Schwarz-Weiß-Foto im Laden erzählt davon. Nach der Wende entstand ein großer Getränkehandel, seit 2020 ein kleiner, feiner Fachmarkt mit Vinothek, Craft Beer und vielen anderen Saisonbieren sowie besonderen Präsenten. Die Auszeichnung als „Deutschlands bester Getränkehändler 2023“ passt ins Bild, erklärt aber nur einen Teil. Es ist diese ständige Suche: Was gibt es für neue, kleine Manufakturen? Was passt zu uns, um uns von Supermärkten abzuheben, erzählt Birgit Zach, seit 4. Generation im Geschäft.

Ob Wassermarken wie die „Margon-Quelle“, die ebenfalls 1903 gegründet wurde, oder die vielen heimischen Brauereien – es ist diese Liebe zu regionalen Produkten wie Kaffee aus Radebeul, Nudeln aus Wehlen oder Schokolade aus Spremberg, Malzbier oder Kinderbrause und das Kötzsch-Bier im Kühlschrank. Hier kann der Kunde stöbern. Flack’s verleiht auch Durchlaufkühler für den Fassbierausschank, Biertischgarnituren und Stehtische, Sonnenschirme und Gläser. Es gibt Getränke und Ausstattung auf Kommission für Feiern und einen extra Kofferraum-Service: Hier wird auf Wunsch auch alles ins Auto geladen. Man ist ganz nah am Kunden. Das macht es vielleicht aus.

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