UPDATE: Team Zastrow hat am 7. April 2026 bei einem Besuch am Neustädter Bahnhof eine katastrophale Situation für Reisende festgestellt, die in Kürze durch die geplante Sperrung des Schlesischen Platzes noch weiter verschlimmert werden soll. Seit Wochenbeginn ist der Haupteingang zum Neustädter Bahnhof komplett gesperrt. Sämtliche Reisende müssen sich auf einem dafür nicht ausgelegten Fußweg mit einem parallel verlaufenden Radweg über den Hintereingang zu den Bahnsteigen bewegen. Auf der Hansastraße gibt es keinen Fußweg, da dieser mit Fahrrädern zugeparkt ist. Fußgänger, Radfahrer, private PKW und Taxis bewegen sich alle auf der Fläche der Fahrbahn. Ein behindertengerechter Zugang zu den Bahnsteigen existiert nicht. Die Situation vor Ort ist chaotisch.
Die Stadtverwaltung, insbesondere das Straßen- und Tiefbauamt in der Verantwortung von Bürgermeister Kühn (Grüne) ist als Untere Straßenverkehrsbehörde verantwortlich für Sicherheit und Ordnung auf den Straßen. Anstatt ordnungsrechtlich gegenüber der Deutschen Bahn zu agieren, plant die Stadt die Situation noch weiter zu verschlimmern, indem sie ab der kommenden Woche den Schlesischen Platz für 6 Wochen sperrt, um den Bau eines Fahrradparkhauses vorzubereiten.
Dazu äußert sich Holger Zastrow wie folgt: „Wir fordern den Verkehrsbürgermeister auf, unverzüglich seiner Pflicht als Chef der Straßenverkehrsbehörde gerecht zu werden und Ordnung und Sicherheit im Umfeld des Neustädter Bahnhofs für alle Verkehrsteilnehmer wieder herzustellen. Außerdem fordern wir vom Oberbürgermeister, dass er sich gegenüber der Deutschen Bahn für eine sofortige Änderung der Pläne zur Sanierung der Empfangshalle einsetzt. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Zugang zum zweit wichtigsten Bahnhof allein 5 Wochen komplett gesperrt wird, um die Stuckdecke zu begutachten. Anders als kommuniziert ist die Eingangshalle nicht nach 125 Jahren sanierungsbedürftig. 2001 wurde diese zuletzt komplett saniert. Damals erfolgten die Arbeiten in Abschnitten, die immer einen Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichten. Das ganze Gerede von der sogenannten Verkehrswende entlarvt sich an diesem Beispiel als leeres Geschwätz. Genauso ist es beim Thema Inklusion. Menschen mit einer Behinderung wird empfohlen sie mögen auf die anderen Bahnhöfe ausweichen. Das ist jedoch gerade für Reisende, die die Mitteldeutsche Regionalbahn nutzen gar nicht möglich, da die Züge bis November 2026 wegen umfangreicher Bauarbeiten weder nach Dresden Mitte, noch bis zum Hauptbahnhof fahren. Die Stadtverwaltung verpflichtet jeden Veranstalter in Dresden behindertengerechte Zugangsmöglichkeiten zu schaffen und sieht bei einer solch großen Baumaßnahme einfach weg? Das kann nicht sein. Wo ist da die Stimme der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen und Senioren der Landeshauptstadt Dresden? Um das Chaos perfekt zu machen plant nun der grüne Verkehrsbürgermeister eine sechswöchige Sperrung des Schlesischen Platzes. Das verbietet sich eigentlich von selbst, solange es keine sichere Lösung für Reisende gibt.“
Hintergrund:
Am Bahnhof Dresden Neustadt wird es ernst für Pendler und Autofahrer: Ab dem 13. April 2026 startet die Landeshauptstadt Dresden mit umfangreichen Bauarbeiten am Schlesischen Platz. Ziel ist die Vorbereitung für ein modernes Fahrradparkhaus – doch zunächst bedeutet das Einschränkungen im Verkehr. Für rund sechs Wochen wird der nordöstliche Bereich des Platzes vollständig für den Kfz-Verkehr gesperrt. Auch das Parken ist in dieser Zeit nicht möglich. Während Autos außen vor bleiben, rollt der öffentliche Nahverkehr weiter. Busse fahren wie gewohnt, allerdings mit teilweise verlegten Haltestellen. Fahrgäste werden direkt vor Ort über Änderungen informiert. Fußgänger und Radfahrer werden sicher um das Baufeld herumgeführt, sodass der Zugang zum Bahnhof jederzeit gewährleistet bleibt.
Im Zuge der vorbereitenden Maßnahmen wird der Platz grundlegend angepasst. Pkw-Stellflächen werden neu geordnet, Verkehrsinseln umgebaut und Fahrwege optimiert. Auch die Entwässerung des Platzes wird überarbeitet, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Zusätzlich entsteht auf der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße eine neue Bedarfshaltestelle für Busse. Die öffentliche Beleuchtung wird ebenfalls punktuell modernisiert.
Den Auftrag für die Tiefbauarbeiten erhielt die Sächsische Straßen- & Tiefbaugesellschaft mbH aus Bannewitz. Die Kosten für diese erste Bauphase belaufen sich auf rund 200.000 Euro. Damit schafft die Stadt die baulichen Voraussetzungen für das eigentliche Großprojekt. Dieses folgt im Spätsommer: Dann beginnt der Bau des Fahrradparkhauses selbst. Auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratmetern sollen insgesamt 800 Fahrradstellplätze entstehen. Ergänzt wird das Angebot durch 92 Schließfächer, die vor allem Pendlern zusätzlichen Komfort bieten. Die Gesamtkosten für das Fahrradparkhaus liegen bei etwa 3,8 Millionen Euro. Ein großer Teil davon – rund 2,4 Millionen Euro – wird durch Fördermittel des Bundesamtes für Logistik und Mobilität aus dem Programm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ gedeckt.
Aktuell stehen lediglich 228, teils überdachte Fahrradstellplätze zur Verfügung – deutlich zu wenig für einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Mit dem wachsenden Anteil hochwertiger Fahrräder und E-Bikes steigt zudem die Nachfrage nach sicheren und wettergeschützten Abstellmöglichkeiten.



