Wie fühlt sich die Welt ohne Augenlicht an? Antworten darauf liefert eine besondere Ausstellung in Weinböhla. Am 12. April 2026 ab 13 Uhr öffnet das Heimatmuseum Weinböhla seine Türen für die Sonderausstellung „Blinde sehen anders“ – und setzt dabei bewusst auf Mitmachen statt nur Zuschauen.
Die Ausstellung geht unter die Haut, weil sie Perspektiven verändert. Viele der Exponate wurden direkt von Betroffenen entwickelt und zeigen eindrücklich, wie blinde Menschen ihren Alltag meistern. Besucher tauchen in eine Welt ein, in der Tasten, Hören und Riechen zentrale Rollen übernehmen – und Sehen plötzlich zweitrangig wird.
Ein besonderer Fokus liegt auf historischen und modernen Hilfsmitteln. Zu sehen sind unter anderem Punktschrift-Maschinen, Reliefbücher und ein taktiler Atlas. Auch Bücher und Zeitschriften in Blindenschrift werden den klassischen Schwarzdruck-Ausgaben gegenübergestellt – ein direkter Vergleich, der Dimensionen sichtbar macht. Ergänzt wird die Sammlung durch verschiedene Gesellschaftsspiele sowie Objekte, die die Entwicklung von Arbeits- und Hilfsmitteln dokumentieren.
Die Ausstellungsstücke stammen größtenteils aus einem privaten Nachlass und werden durch Materialien sowie Hintergrundinformationen aus dem Deutsches Blindenmuseum Berlin ergänzt. Dadurch entsteht ein facettenreicher Einblick in Vergangenheit und Gegenwart.
Das Besondere: Die Besucher bleiben nicht außen vor. Sie können selbst aktiv werden, ihren eigenen Namen in Brailleschrift schreiben oder versuchen, kurze Texte zu entziffern. Auch der eigene Tast- und Geruchssinn wird auf die Probe gestellt – eine Erfahrung, die schnell zeigt, wie stark sich Wahrnehmung verändern kann.
Geöffnet ist die Ausstellung ab dem 12. April 2026, jeweils zu den regulären Öffnungszeiten des Museums. Das Heimatmuseum Weinböhla befindet sich in der Kirchplatz 19, 01689 Weinböhla. Wer sich auf dieses besondere Erlebnis einlässt, verlässt die Ausstellung mit einem neuen Blick auf die Welt – ganz ohne sie gesehen zu haben.



