„Ta-ta-ta-taaa“ tönt es durch den Konzertsaal. Das Schicksalsmotiv von Beethovens 5. Symphonie – der Klang wird extrem stark von dem viertönigen Motiv dominiert, das den ersten Satz durchzieht. Dieses Motiv wird nicht nur melodisch, sondern vor allem rhythmisch. Im Finale setzt Beethoven Posaunen, Kontrafagott und Piccoloflöte erstmals in einer Symphonie ein, um einen strahlenden, feierlichen Klang zu erzeugen – und im Zuschauerraum sitzt der 27-jährige Fabian Vogel. Seine Finger fliegen über sein Tablet. Viele Gelb- und Rottöne entstehen, aufsteigend, abfallend, so wie er das Gehörte empfindet, das noch nachwirkt, wenn es schon verklungen ist.
Klang, Farbe, Emotion ist für ihn ein Wort. Am liebsten würde er live mit Farbtöpfen hantieren, dem Taktstock mit dem Pinsel folgen, erzählt er lachend. Aber das gäbe vermutlich Ärger. Also übersetzt er Musik digital in visuelle Kompositionen – unmittelbar, impulsiv, ohne Umweg. Drei dieser Werke, entstanden aus genau solchen Momenten, stellt Fabian Vogel jetzt aus. Zu sehen sind sie in der Stadtgalerie Radebeul, Altkötzschenbroda 21. Vogler ist einer von 18 Studentinnen und Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden, die gemeinsam ihre erste Ausstellung unter neuer Leitung präsentieren. Seit Kurzem verantwortet Professorin Judith Hopf die Klasse – und setzt mit dieser Schau ein erstes deutliches Zeichen.
Der Titel der Exposition: „Oh, you love me… you love me not“. Die Arbeiten könnten unterschiedlicher kaum sein. Zwischen Werden und Vergehen, Unentschlossenheit, Aufbruch und Zufall entfalten sich Positionen, die bewusst offen bleiben. Denn der bekannte englische Satz ist durchaus kein Liebesbekenntnis – und wenn, dann eines an die eigene Kreativität. Es geht um Prozesse, nicht um fertige Antworten. Um das Dazwischen, das Suchende, das Unfertige.
Die Ausstellung eröffnet am 10. April 2026 um 19 Uhr und verspricht einen vielstimmigen Einblick in die aktuelle junge Kunstszene Dresdens. Wer tiefer eintauchen möchte, hat am 26. April um 15 Uhr Gelegenheit dazu: Beim Künstlergespräch geben die Beteiligten persönliche Einblicke in ihre Arbeiten und Denkweisen. Geöffnet ist die Ausstellung vom 12. April bis 17. Mai 2026. Dienstags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr, an Feiertagen bleibt die Galerie geschlossen. Weitere Eindrücke und Updates gibt es auf Instagram unter @klasse_hopf



