Auf einer jahrzehntelang brachliegenden Fläche im Dresdner Norden entsteht ein neuer Gewerbestandort. Mit einem sogenannten Hammerfest wurde jetzt der Grundstein für den Gewerbehof „FairWerk Nordpark Dresden“ gelegt. Gleichzeitig begann damit die entscheidende Bauphase. Bereits in wenigen Monaten sollen die ersten Gebäude übergeben werden.
Der schnelle Baufortschritt hat einen besonderen Grund: Die fünf Hallen entstehen vollständig in modularer Holzbauweise. Rund 550 Tonnen Holz werden verbaut. Insgesamt entstehen etwa 4.900 Quadratmeter Mietfläche, verteilt auf 20 Einheiten. Diese werden in drei Größen – 122, 240 und 377 Quadratmeter – angeboten. Die Übergabe der ersten Flächen ist zwischen Mitte Juli und September geplant.
Entwickelt wird das Projekt von der in Leipzig und Frankfurt am Main ansässigen Family Value Management GmbH. Das Unternehmen investiert rund 12 Millionen Euro in den Standort. Family Value konzentriert sich auf den Aufbau und die Entwicklung von Gewerbeimmobilien für Unternehmerfamilien und betreibt deutschlandweit größere Gewerbeflächen – von Hamburg bis Überlingen am Bodensee. Das Grundstück im Dresdner Nordpark hatte das Unternehmen bereits 2019 erworben. Auf dem Areal existieren derzeit rund 14.000 Quadratmeter vermietbare Fläche, von denen bereits etwa 40 Prozent saniert oder neu errichtet wurden.
Die neuen Hallen richten sich vor allem an Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Architekt Clemens Richter vom Dresdner Büro Atelier Lauströer Richter Architekten erklärt, dass alle Einheiten zweigeschossig geplant sind. Produziert werden die Hallenmodule bei der Holzbau Moser KG in Reinsberg bei Nossen und anschließend vor Ort montiert.
Ein erster Mieter steht bereits fest: Die Dresdner ANYBRID GmbH hat eine 377 Quadratmeter große Einheit angemietet und will im September 2026 einziehen. Das 2020 als Spin-off der Technischen Universität Dresden gegründete Unternehmen entwickelt Anlagentechnologien für die industrielle Fertigung hybrider Leichtbaukomponenten und beschäftigt derzeit rund zehn Mitarbeiter.
Die Fläche hat eine lange Industriegeschichte. Seit 1875 befand sich hier eine Munitionsfabrik. Eine Explosion im Jahr 1916 zerstörte große Teile der Anlage und führte zu erheblichen Bodenbelastungen. Später nutzte ein Betrieb zur Kraftfahrzeuginstandsetzung das Gelände. Über Jahrzehnte blieb der Boden mit Schwermetallen, Ölresten und weiteren Schadstoffen belastet.
Erst durch eine umfassende Dekontaminierung konnte das Areal wieder nutzbar gemacht werden. Der Freistaat Sachsen unterstützte die Sanierung mit bis zu 750.000 Euro aus EU- und Landesmitteln. Für die Stabilität der neuen Gebäude sorgen rund 1.000 Säulen, die bis zu neun Meter tief in den sandigen Untergrund eingelassen werden.



