Am Ende stimmten 20 Stadträte für 10 Parkplätze zwischen Emil-Högg-Straße und Augustusweg 64d, um den Bringe-Stau am neu geplanten Hort Oberlößnitz etwas zu entkrampfen. 9 Stadträte waren dagegen. Interessant: Bei der Anwohnerbeteiligung hatten sich zwar nur zehn zu Wort gemeldet – die gaben jedoch alle dieser Variante den Vorzug. In der Zwischenzeit hatten sich einige Stadträte allerdings dafür stark gemacht, weniger Parkbuchten anzubieten und dafür drei Bäume mehr zu pflanzen. Der altbekannte Streit „Elterntaxi“ war wieder Thema und wurde den Stadträten erneut zur Abstimmung vorgelegt.
OB Bert Wendsche hatte argumentiert, dass die Stadträte nicht nur den Hort-Neubau vor Augen haben sollten, sondern auch den Neubau von Oberschule und Turnhalle. Ob es einem nun gefalle oder nicht, zwangsläufig werden das zu spürbarem Bringeverkehr führen. Da es sonst keine Parkfläche gebe und auf dem Augustusweg auch der Bus unterwegs ist, dürfe man nicht „sehenden Auges“ Dauerstau provozieren, indem die Stadt nochmal zwei oder gar vier Stellplätze wegnehme. Zumal eine Fläche wohl noch für einen Wertstoffcontainer benötigt wird.
Das Wort „Elterntaxi“ ist aus unserer Zeit, der neu aufgelebte Begriff „Kiss + Ride“, der jetzt vielfach zu hören ist, ist es nicht. Er erschien erstmals 1956 in den USA und beschrieb das damalige Phänomen, dass Frauen ihre Männer zur Arbeit brachten und dann das Auto wieder mitnahmen, um es selber zu nutzen. Also „Küsschen und Abschied“. In den 2010er Jahren kam der Begriff vermehrt wieder auf und wird als Ansatz gehandhabt, um Verkehrsprobleme zu minimieren. Beispielsweise vor Schulen, Bahnhöfen oder Krankenhäusern werden Kiss-and-Ride-Zonen eingerichtet, die einen Ort bilden sollen, um kurz anzuhalten, jemanden aussteigen zu lassen und wieder abzufahren. Im Gegensatz zum Park + Ride ist die Kiss + Ride-Zone sowie das Kiss + Ride-Schild nur in wenigen Ländern genormt oder gesetzlich geregelt. Deshalb gibt es dafür inzwischen unterschiedliche Piktogramme.



