Auch HR-Managerin Daniela Heinrich vom Hotel Radisson Blu sucht immer gute Mitarbeiter, auch aus der Umgebung. Foto © BranczeiszAuch HR-Managerin Daniela Heinrich vom Hotel Radisson Blu sucht immer gute Mitarbeiter, auch aus der Umgebung. Foto © Branczeisz

Radebeul. Ein Tenor, der im Radebeuler Stadtrat inzwischen öfter zu hören ist: Die Stadt kann sich den großen Entwicklungen in Sachsen nicht entziehen – kommt bislang aber noch vergleichsweise glimpflich davon. Und das gilt heute fast schon als Erfolgsmeldung. So auch bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum 30. Juni 2025, die Oberbürgermeister Bert Wendsche jetzt vorgelegt hat. Warum diese Zahl wichtig ist? Weil sich daraus auch der Einkommensteueranteil für die Kommune ergibt.

Das Bild ist eindeutig: Seit 2005 ging die Kurve steil nach oben – bis auf rund 13.500 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Radebeuler, unabhängig davon, wo ihr Arbeitsplatz liegt. Nun ist die Zahl auf 13.480 gesunken. Ob daraus ein weiterer Rückgang wird, bleibt abzuwarten.

Dem Trend kann sich derzeit kaum eine Region in Sachsen entziehen. Eine Ausnahme bilden vor allem die drei großen kreisfreien Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz. Besonders deutlich fällt die Entwicklung im ländlichen Raum aus. Der Landkreis Meißen steht noch etwas besser da, Radebeul liegt ziemlich genau im sächsischen Durchschnitt. Allerdings auch deshalb, weil die drei Großstädte den Schnitt deutlich nach oben ziehen. Und selbst dort ist die Lage nicht sorgenfrei: Auch Dresden verliert Einwohner.

Die eigentlich gute Nachricht kommt von den Arbeitsplätzen direkt in Radebeul. Seit Corona steigt deren Zahl deutlich: von 13.201 sozialversicherungspflichtigen Jobs im Jahr 2020 auf inzwischen 14.730. Radebeul schafft es damit zunehmend, Arbeitskräfte aus dem Umland an die Stadt zu binden – und ist damit sachsenweit die eine Ausnahme überhaupt. Besonders deutlich zeigt sich das beim Pendler-Saldo: Seit 2020 hat sich Radebeul von minus 207 auf plus 1.250 entwickelt. Es kommen inzwischen also deutlich mehr Menschen zum Arbeiten nach Radebeul, als Radebeuler für ihren Job die Stadt verlassen.

Diesen Arbeitskräfte-Zuzug wenigstens zu halten, besser noch auszubauen, wird nach Einschätzung von Oberbürgermeister Bert Wendsche eine der entscheidenden Aufgaben der kommenden Jahre sein. Denn von allein wird diese Entwicklung nicht weitergehen. Gerade im ländlichen Raum dürfte der Wettbewerb um Arbeitskräfte künftig noch deutlich härter werden.

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