Die Fassade des neuen Empfangsgebäudes bekommt eine Filmwand. Visualisierung © Paul BarschDie Fassade des neuen Empfangsgebäudes bekommt eine Filmwand. Visualisierung © Paul Barsch

Viele Radebeuler schauen derzeit noch skeptisch auf den grauen Rohbau an der Meißner Straße. Die Sorge: Bleibt am Ende ein nüchterner Betonbau mitten am Karl-May-Museum stehen? Beim Bürgerabend in der Lutherkirche gab Museumsdirektor Dr. Volkmar Kunze jetzt einen Ausblick – und machte deutlich, dass sich der Erweiterungsbau in den kommenden Monaten grundlegend verändern wird. Schon im Sommer soll der Baukörper ein völlig anderes Gesicht bekommen.

Ein besonderer Clou gelang dabei gemeinsam mit der Karl-May-Stiftung: Erst vor wenigen Tagen konnten die Karl-May-Stiftung und Museumsdirektor Dr. Volkmar Kunze mit Matthias und Felix Wendlandt sprechen. Felix Wendlandt führt inzwischen die Rialto weiter. Dabei erhielt das Museum die Zusage, kostenfreie Lizenzen aus den Karl-May-Filmen nutzen zu dürfen. Das Museum darf die Sequenzen selbst auswählen und bekommt sogar Zugriff auf bislang unveröffentlichtes Material aus dem Filmarchiv.

Das Thema Film spielte bislang im Karl-May-Museum eher eine Nebenrolle. Mit den neuen Räumen wird sich auch das ändern. Geplant ist eine eigene Schau zur Rezeption Karl Mays und zur Filmgeschichte. Die neue Medienwand soll diese Inhalte zusätzlich direkt nach außen tragen und den Neubau sichtbar beleben.

Auch architektonisch soll sich der jetzige Rohbau optisch verändern. Zusammen mit Klinkerelementen, auf denen Städtenamen aus den Karl-May-Geschichten erscheinen, soll die Fassade deutlich wärmer wirken. Der Bereich oberhalb der Medienwand bleibt ebenfalls nicht einfach Sichtbeton. Stattdessen ist eine strukturierte Gestaltung vorgesehen, möglicherweise in einer Pueblo-Optik amerikanischer Bauten. Kunze machte deutlich: Am Ende werde nichts mehr an einen schlichten Betonklotz erinnern.

Sogar die Straßenverkehrsbehörde wurde wegen der großen Videowand bereits eingebunden. Laut Kunze gibt es keinerlei Einwände gegen die Anlage. Die Medienwand sei zudem „steinwurfsicher“.

Auf der Baustelle selbst geht es jetzt sichtbar weiter. Der Rohbau war laut Museum schneller fertig als geplant. Deshalb wirkte das Projekt zuletzt zeitweise still. Inzwischen sind weitere Vergaben erfolgt – unter anderem für Fenster und Türen, Metallarbeiten, Dachdecker- sowie Abdichtungsarbeiten. Aktuell wird das Gerüst aufgebaut. Dafür muss die Schildenstraße ab kommender Woche noch einmal für etwa zwei Wochen teilweise gesperrt und zur Einbahnstraße werden. Das sei laut Museum unvermeidlich, weil die Baustelle eingerüstet werden müsse.

Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird auch der große Baukran verschwinden. Anschließend beginnen die Vorbereitungen für die Lamellenfassade. Ab August startet dann der Innenausbau des Gebäudes. Ziel bleibt weiterhin, den Innenausbau inklusive Möblierung möglichst im Sommer fertigzustellen.

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