Ein leiser Stolz liegt in der Luft, wenn man die Jubiläumsausstellung im Kastenmeiers betritt. Es ist nicht irgendeine Schau – es ist die 100. Ausstellung in der Geschichte des Hauses. Und im Mittelpunkt steht ein Künstler, der die Region prägt: Steffen Schuster.
Seine Werke tragen den Titel „ZWISCHENWELTEN“ – und genau dort bewegen sie sich. Zwischen Malerei, Fotografie und digitaler Kunst entstehen Bildkompositionen, die vertraute Dresdner Motive wie Frauenkirche oder Semperoper in neuem Licht zeigen. Doch was auf den ersten Blick wie digitale Spielerei wirkt, ist das Ergebnis eines aufwendigen, eigenentwickelten Verfahrens. Sieben Schichten, mehrere Arbeitsschritte – und das lange bevor Künstliche Intelligenz zum Trend wurde. Schuster, der in Radebeul lebt und als Grafiker sowie Agenturinhaber arbeitet, verbindet handwerkliche Präzision mit kreativer Neugier. Besonders spannend: Seine fiktiven Stadtlandschaften, die auf dem iPad entstehen und Einflüsse aus Science-Fiction und internationalen Metropolen aufnehmen. Hier verschwimmen Realität und Vision.
Dass diese Ausstellung ausgerechnet im „Kastenmeiers“ stattfindet, passt perfekt. Seit Gerd Kastenmeier 2010 sein Restaurant eröffnete, gehören wechselnde Kunstausstellungen fest zum Konzept. Was einst im Kurländer Palais begann, wird heute im Taschenbergpalais fortgeführt – mit unverwechselbarer Atmosphäre und einem Publikum, das Kunst ganz selbstverständlich zum Dinner dazu bekommt. Über die Jahre haben hier bekannte Namen ebenso ausgestellt wie regionale Talente. Von Udo Lindenberg bis zu aufstrebenden Künstlern aus Sachsen reicht die Bandbreite. Die Warteliste ist lang, das Interesse ungebrochen.
Die Ausstellung von Steffen Schuster läuft noch bis zum 24. April – und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig die Kunstszene der Region ist. Wer durch die Räume geht, merkt schnell: Hier geht es nicht nur ums Betrachten, sondern ums Entdecken.



