10 Euro für einen Anwohnerparkplatz im Monat. Foto © Branczeisz10 Euro für einen Anwohnerparkplatz im Monat. Foto © Branczeisz

Mit 20 Ja-Stimmen, 9 mal Nein und 4 Enthaltungen ist es beschlossene Sache: Wer in Radebeul einen Parkplatz vor der Haustür möchte, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Statt wie bisher 30,70 Euro kostet eine Bewohnerparkkarte jetzt satte 120 Euro pro Jahr – eine Verdreifachung des bisherigen Preises. Der Stadtrat hat die neue Gebühr beschlossen, möglich macht das eine gesetzliche Änderung, die Kommunen erlaubt, bis zu 300 Euro pro Jahr zu verlangen.

Das Bewohnerparken funktioniert nach einem einfachen, aber nicht ganz stressfreien Prinzip: Man kauft nicht einen festen Parkplatz, sondern die Chance, irgendwo im eigenen Wohnviertel einen zu finden. Weil es mehr Nachfrage als Platz gibt, darf die Stadt sogar doppelt so viele Parkkarten ausgeben, wie tatsächlich Stellflächen vorhanden sind. Radebeul zeigt sich dabei moderat – etwa 25 Prozent mehr Karten als Plätze werden verteilt. Die Chancen, abends einen Parkplatz zu ergattern, stehen hier also noch ganz gut – vor allem im Vergleich mit der Großstadt nebenan, Dresden.

10 Euro im Monat – das sei aus Sicht der Stadt völlig vertretbar. Bewohnerparken wird ohnehin nur dort eingerichtet, wo der Druck durch Gäste und Pendler besonders hoch ist. Und das betrifft in Radebeul derzeit exakt 419 Plätze, verteilt auf folgende Straßen: Altkötzschenbroda (149), Hermann-Ilgen-Straße (59), Paul-Gerhardt-Straße (17), Birkenstraße (19), Seestraße/An der Siedlung (35), Trachauer Straße/Barthübelstraße (68), Wiesenstraße (9), Weistropper Straße (30), Ahornstraße (21), Dresdner Straße (6) und Gartenstraße (6).

Eine Ausweitung der Bewohnerparkzonen ist vorerst nicht geplant. Wer also glaubt, mit der Gebührenerhöhung würden bald neue Stellflächen geschaffen, irrt. Dafür verspricht die Stadt, dass die Einnahmen aus den höheren Gebühren direkt in den Erhalt und die Kontrolle des Parkraums fließen sollen.

Klar ist: Der neue Preis sorgt für Diskussionen – zwischen dem Wunsch nach mehr Fairness im Parkraum und dem ganz normalen Frust über höhere Kosten im Alltag.

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