Bitcoin trifft Winzer: Georg Prinz zur Lippe und Friedemann Brenneis diskutieren am 27. Oktober in Radebeul über Geld, Wein und Werte. @VHSBitcoin trifft Winzer: Georg Prinz zur Lippe und Friedemann Brenneis diskutieren am 27. Oktober in Radebeul über Geld, Wein und Werte. @VHS

Radebeul. Einen guten Wein kann man trinken, einen Bitcoin eher nicht. Trotzdem kann beides ziemlich wertvoll sein. Aber was ist die bessere Investition: digitales Geld, eine Flasche edler Riesling oder gleich ein ganzer Weinberg? Am Dienstag, 27. Oktober, treffen bei Gräfes Wein & Fein in Radebeul zwei Männer aufeinander, die darauf ganz unterschiedliche Antworten haben dürften.

Auf der einen Seite sitzt Georg Prinz zur Lippe, Unternehmer, Winzer und Chef des renommierten Weinguts Schloss Proschwitz bei Meißen. Auf der anderen Friedemann Brenneis, Journalist und ausgewiesener Bitcoin-Kenner. Zwei Welten, die zunächst wenig gemeinsam haben. Doch bei genauerem Hinsehen geht es beiden um eine ziemlich spannende Frage: Was macht etwas eigentlich wertvoll?Georg Prinz zur Lippe kennt den Wert von Grund und Boden aus eigener Erfahrung. Nachdem seine Familie 1945 enteignet worden war, kehrte er nach der Wende nach Sachsen zurück und begann 1990, die einstigen Familienweinberge zurückzukaufen. Daraus entwickelte er Schloss Proschwitz zu einem der bekanntesten Weingüter Sachsens. Heute werden dort rund 70 Hektar Rebfläche bewirtschaftet, seit 2024 ist das Weingut biozertifiziert.

Friedemann Brenneis beschäftigt sich dagegen mit Vermögenswerten, die weder Keller noch Weinberg benötigen. Seit 2014 beleuchtet er auf seinem Rechercheblog „The Coinspondent“ die Welt des Bitcoin. Er ist außerdem Mitbegründer des deutschsprachigen Bitcoin-Podcasts „Honigdachs“ und hat unter anderem für Deutschlandfunk und Die Zeit gearbeitet. Für seine Recherchen führte ihn das Thema sogar nach El Salvador, wo Bitcoin 2021 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wurde.

Während Wein von Boden, Klima und handwerklichem Können lebt, basiert Bitcoin auf Mathematik, Technik und einem dezentralen Netzwerk. Gemeinsam ist beiden die begrenzte Verfügbarkeit. Doch reicht Knappheit allein, um dauerhaft wertvoll zu sein? Und worauf kann man sich verlassen, wenn Märkte schwanken und sich die Welt verändert?

Genau darüber soll in Radebeul gesprochen werden. Gastgeber Matthias Gräfe, selbst Quereinsteiger in die Weinbranche und bekannt für seine geselligen Veranstaltungen, übernimmt die Moderation. Einen trockenen Finanzvortrag muss dabei niemand befürchten. Stattdessen sind unterschiedliche Meinungen, spontane Einwürfe und eine gute Portion Humor ausdrücklich willkommen. Auch das Publikum darf mitmischen. Auf kleinen „Wein-Deckelchen“ können Gäste ihre Fragen notieren und den beiden Gesprächspartnern stellen. Ob dabei der Bitcoin oder der Burgunder besser abschneidet, bleibt offen. Immerhin lässt sich zumindest einer von beiden direkt vor Ort verkosten.

Termin, Eintritt und Anmeldung

Der Gesprächsabend findet am Dienstag, 27. Oktober 2026, von 19 bis 21 Uhr bei Gräfes Wein & Fein auf der Hauptstraße 19 in Radebeul statt. Der Eintritt kostet 19,50 Euro. Enthalten sind ein Glas Wein oder Saft sowie ein kleiner Imbiss. Buchbar ist die Veranstaltung über die Volkshochschule im Landkreis Meißen. Ein Abend also, bei dem es um Geld geht, ohne dass sich alles ums Geld drehen muss. Und vielleicht ist die beste Rendite am Ende ohnehin ein anregendes Gespräch bei einem guten Glas Wein.

www.vhs-lkmeissen.de/suche/kursdetails.html?courseId=530-C-26A152005

Barrierefreiheit