Radebeul. Ilka Meffert von der Tretmühle ist 1,56 Meter groß. Früher hätte man bei ihrer Fahrradgröße wahrscheinlich schnell von „Kindermaß“ gesprochen. Heute fährt sie ein Gravelbike von Liv – einer Marke, die Fahrräder speziell für Frauen entwickelt. Und Ilka weiß aus eigener Erfahrung: Drei oder vier Millimeter können plötzlich einen riesigen Unterschied machen.
Wie weit muss ich mich zum Lenker strecken? Ziehe ich beim Fahren ständig die Schultern hoch? Sind meine Arme steif durchgedrückt? Genau solche Kleinigkeiten entscheiden darüber, ob sich ein Fahrrad nach zehn Kilometern noch gut anfühlt oder irgendwann Rücken, Nacken und Hände anfangen zu protestieren.
Die passende Rahmengröße ist deshalb viel wichtiger als Farbe oder Markenlogo. Der Oberkörper soll entspannt bleiben, die Schultern weder nach vorn gezogen noch hochgedrückt werden. Die Ellenbogen sind leicht angewinkelt. So können die Arme Unebenheiten abfedern. Wer sie steif durchdrückt, bekommt jeden Stoß direkt zu spüren.
Auch bei den Schaltungen hat sich viel getan. Moderne Systeme lassen sich inzwischen deutlich besser mit kleineren Händen bedienen. Für Ilka ist das ein wichtiger Punkt: Ein Rad muss zum Körper passen – nicht umgekehrt.
Und leicht darf es sein. Es muss nicht automatisch das schwere E-Mountainbike werden. Ilkas Liv Devote besitzt einen leichten Aluminiumrahmen und passt ihr genau. Bei einem KTM-Rad waren ihr selbst in der kleinsten verfügbaren Größe die Abmessungen die Oberrohrlänge zu groß. Das zeigt: Die Zahl auf dem Rahmen allein sagt längst nicht alles. Ein Fahrrad sollte im besten Fall tatsächlich wie auf den Leib geschneidert sein.
Ein weiterer Klassiker: Wie hoch muss der Sattel? Schon Kindern wird erklärt, dass die Füße richtig an die Pedale kommen müssen. Trotzdem sieht Ilka immer wieder Erwachsene, die beim Treten mit der kompletten Hüfte von links nach rechts schwingen. Genau das sollte nicht passieren. Die Hüfte bleibt möglichst stabil, die Beine erledigen die Arbeit.
Und dann wäre da noch der Sattel. Sitzt eine Frau anders auf dem Fahrrad als ein Mann? Ja – und genau deshalb lohnt sich ein passender Damensattel. Entscheidend ist aber nicht das Etikett, sondern das Gefühl. Ausprobieren gehört dazu. Manche Hersteller bieten dafür sogar Testzeiträume von 30 Tagen an. Auch das Feintuning ist wichtig, was Neigung und horizontale Ausrichtung betrifft.
Überhaupt: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Genau dazu rät Ilka Meffert. Nicht zuerst nach Farbe oder Marke entscheiden, sondern losfahren. Direkt von der Tretmühle an der Moritzburger Straße geht es in die Weinberge, in den Friedewald oder ins Linkselbische. Für Ilka ist Radebeul deshalb fast ein einziger großer Fahrrad-Testparcours. Steigung, Waldweg, Asphalt, Kopfsteinpflaster – näher an der echten Nutzung kann eine Probefahrt kaum sein.
Ihr eigenes Gravelbike war genau so eine Entdeckung. Seitdem möchte sie es nicht mehr missen. Und sie sagt: Keine Angst vor dem Rennlenker. Der ist ergonomisch topp.
Ein Gravelbike wirkt auf den ersten Blick wie ein Rennrad, fährt sich aber deutlich komfortabler. Es ist in hießiger Topografie antrittsfreudiger als ein Mountainbike, sportlicher und leichtläufiger als ein klassisches Trekkingrad und bleibt trotzdem vielseitig. Gepäckträger und weitere Ausstattung lassen sich je nach Modell ergänzen – damit wird aus dem sportlichen Rad schnell ein Begleiter für lange Touren oder Fahrradreisen.
Und was, wenn man sich im Fahrradladen mit all den Begriffen erst einmal unsicher fühlt? Genau dafür könnte sich Ilka eine Frauen-Runde bei der Tretmühle vorstellen. Fragen stellen, ohne sich komisch vorzukommen. Das eigene Körpergefühl besser kennenlernen. Touren planen. Andere Frauen treffen. Und vielleicht einfach einmal ein Rad ausprobieren, das man vorher nie in Betracht gezogen hätte.
Wer dabei sein möchte, kann sich direkt jederzeit gern im Laden melden.
Wer dabei sein möchte, kann sich bei Ilka Meffert melden.
Tretmühle Radebeul
Moritzburger Straße 2
eMail: radebeul@tretmuehle.de
Telefon: 0 351/ 895 63 63


