Der Kreisverkehr an der Kötitzer Straße in Radebeul-West soll verschwinden und wieder zur Kreuzung werden. Die Kötitzer Straße, bislang wichtige Durchgangsstraße für zahlreiche Gewerbebetriebe, könnte dadurch deutlich ruhiger werden und sich stärker zur Wohngebietsstraße entwickeln. Für viele Anwohner dürfte das eine gute Nachricht sein – allerdings ist dafür noch viel Geduld gefragt. Denn die Veränderung hängt mit einer deutlich größeren Baumaßnahme zusammen, die bis 2028 umgesetzt sein soll: dem grundhaften Ausbau der Fabrikstraße zwischen Cossebauder Straße und Ziegeleiweg als direkte Anbindung an das Gewerbegebiet Fabrikstraße.
Das Projekt soll rund 2,4 Millionen Euro kosten und ist damit die teuerste von insgesamt drei Maßnahmen, in die Radebeul seine 3,197 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsbudget investieren möchte. Die „Sonderschulden“ des Bundes, von denen ein kleiner Teil bei Städten und Gemeinden ankommt, sollen gezielt für Projekte eingesetzt werden, die die deutsche Wirtschaft nachhaltig stärken. Anders als bei anderen Fördermitteln erhalten die Kommunen das Geld in drei Vierjahresraten. Für den Landkreis Meißen stehen insgesamt 34,36 Millionen Euro bereit. Der nächste Stichtag ist der 31. Dezember 2028 – danach wird die nächste Tranche ab 2029 entsprechend der Einwohnerzahl verteilt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch neue Bürgermeister und Stadträte später eigene Projekte festlegen können und nicht schon heute über zwölf Jahre im Voraus entschieden wird.
Radebeul wolle das Geld gezielt nutzen und „säen, um zu ernten“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche. Gemeint sei eine klare Investition in den Wirtschaftsstandort Radebeul. Wendsche spricht dabei vom „Radebeuler Weg“: zusätzliche und echte Strukturmaßnahmen. Dazu gehören auch die beiden weiteren Projekte – die verkehrliche Erschließung des Gewerbegebietes „Nach der Schiffsmühle / Am Gleisdreieck“ mit neuer Straßenbahn-Haltestelle für 700.000 Euro sowie die Sanierung der Kita Gartenstraße in Trägerschaft der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V. für 1,12 Millionen Euro. Trotz sinkender Kinderzahlen gilt der Standort als alternativlos und dringend sanierungsbedürftig.
Für die Vorhaben an der Fabrikstraße will die Stadt zusätzlich Fördermittel beantragen. Wie die drei Projekte konkret umgesetzt werden, soll den Stadträten natürlich noch vor und nach der Sommerpause jeweils einzeln zur Entscheidung vorgelegt werden.



