Der beliebte Frosch am Brunnen am Gießmannschen Weinbergtunnel in der Burgstraße ist zurück – zumindest fast. Denn wer glaubt, dass das Original vom Prof.-Wilhelm-Ring wieder an seinen alten Platz gezogen ist, liegt daneben. Stattdessen sorgt jetzt ein neuer Hingucker für Aufmerksamkeit: Künstler Sebastian Lewek aus Radebeul hat dem neuen Bewohner kurzerhand eine Krone und eine goldene Kugel verpasst – und damit einen echten Froschkönig geschaffen.
Vor allem Kinder hatten den Brunnenfrosch über lange Zeit schmerzlich vermisst. Nachdem die Figur wegen Streitigkeiten an den Prof.-Wilhelm-Ring versetzt worden war, entwickelte sich dort allerdings schnell eine enge Bindung zum tierischen Wahrzeichen. Die Anwohner wollten ihren Frosch nicht mehr hergeben. Eine Rückkehr des Originals war damit endgültig vom Tisch.
Die Lösung: ein detailreich gestaltetes Double mit eigener Persönlichkeit. Zwei Jahre dauerte die Planung und Umsetzung des Projekts. Möglich wurde das Vorhaben durch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Radebeul, dem Grünflächenamt, dem Kulturverein sowie der Weinbaugemeinschaft. Jetzt blickt der neue Froschkönig wieder über den Brunnen an der Burgstraße und dürfte besonders bei Familien schnell zum beliebten Fotomotiv werden. Mit Krone, goldener Kugel und viel Charme knüpft die neue Figur an die Geschichte des Originals an – und schreibt gleichzeitig ein eigenes Kapitel mitten in Radebeul.
Der Gießmannsche Tunnel wurde zwischen 1876 und 1878 gebaut, um Wasser aus dem Bereich „Schwarzes Teich“ durch den Berg bis zur Burgstraße zu leiten. Initiator war der Niederlößnitzer Unternehmer und Weinbergsbesitzer Ernst Louis Gießmann beziehungsweise dessen Familie. Der Tunnel sollte ursprünglich die Weinberge und das damalige Badhotel mit Wasser versorgen.
Der rund 368 Meter lange Tunnel führt bis heute Wasser aus dem Berg. Genau dieses ständig hör- und sichtbare Wasser machte den Standort später zum idealen Platz für eine Froschfigur. Frösche gelten seit jeher als Symbol für Quellen, Brunnen und feuchte Lebensräume. Deshalb entwickelte sich der Brunnen mit dem Frosch über die Jahre zu einem kleinen Wahrzeichen an der Burgstraße – besonders bei Familien und Kindern.



