Drei neue Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehren in Reichenberg, Moritzburg und Friedewald – und die Geschichte dahinter ist mindestens so besonders wie die Fahrzeuge selbst. Vor dem Leuchtturm in Moritzburg wurden die Transporter am Freitagabend offiziell übergeben. Bewusst nicht vor dem Schloss, sondern mal mit einem anderen Motiv. Und auch sonst lief an diesem Tag nicht alles nach Plan.
Eigentlich sollten am Morgen extra angefertigte, übergroße symbolische Schlüssel geliefert werden. Doch der Paketdienst hinterließ lediglich eine Benachrichtigung im Briefkasten der Gemeindeverwaltung: „Leider nicht angetroffen.“ Die Schlüssel gingen wieder zurück. Bürgermeister Jörg Hänisch nahm die Panne mit Humor. „Warum soll es der Gemeinde anders gehen als dem Bürger“, sagte er lachend. Kurzerhand wurden improvisierte Schlüssel selbst gebastelt – und genau das sorgte bei der Übergabe für viele Schmunzler.
Ganz neu sind die Fahrzeuge übrigens nicht. Die Gemeinde setzte bewusst auf günstige Rückläufer statt teurer Neuwagen. Mit viel Eigeninitiative verwandelten die Feuerwehr-Fördervereine die zuvor weißen Transporter in echte Feuerwehrfahrzeuge – inklusive auffälliger Folierung. Denn: „Mit einem weißen Fahrzeug würde eine Feuerwehr niemals fahren“, scherzt Hänisch.
Die Anschaffung war dringend nötig. Für Jugendfeuerwehr-Fahrzeuge gibt es kaum Fördermittel. Eigentlich waren zunächst nur 20.000 Euro für Friedewald eingeplant. Doch dann fiel das Reichenberger Fahrzeug durch den TÜV, kurz darauf verabschiedete sich beim Moritzburger Wagen die Gelenkwelle. Schnell war klar: Stückwerk bringt nichts. Also entschied sich die Gemeinde gleich für drei Fahrzeuge. Besonders praktisch: Der Friedewalder Transporter fährt übrigens ohne Blaulicht und wird deshalb nicht nur von der Feuerwehr, sondern auch vom technischen Dienst und Bauhof genutzt. Ein ungewöhnlicher Kompromiss – aber einer, der perfekt zum pragmatischen Feuerwehr-Alltag in der Gemeinde passt.
Und, nicht zu vergessen, ein herzliches Dankeschön an die Familien, die ihre Kinder bislang zu Wettkämpfen und Veranstaltungen privat gefahren haben.


