Wer sich die passenden Leckerli-Paare merkt, darf Eddie damit füttern. Foto © BranczeiszWer sich die passenden Leckerli-Paare merkt, darf Eddie damit füttern. Foto © Branczeisz

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Wer an diesem Vormittag die Johanniter-Tagespflege in Radebeul betritt, hört erst das
Lachen. Dann sieht man Eddie. Der Border-Collie-Labrador-Mix sitzt aufmerksam zwischen
den Stühlen, der Blick wandert von Hand zu Hand. Irgendwo muss doch gleich wieder ein
Käsewürfel auftauchen.
Heute steht ein ganz tierisches Programm auf dem Plan: Neben der Begegnung mit dem
Hund Eddie geht es auch um motorische Impulse und Koordination.

Die Gäste der Tagespflege sitzen im Kreis und werfen Bälle in einen Papierkorb, der in der
Mitte steht. Eddie soll die Bälle abfangen. Früher hieß dieses Spiel auf den Schulhöfen
„Dummer Hans“. Eddie beobachtet das Geschehen aufmerksam. Er weiß: Geduld lohnt sich.
Menschen freuen sich erstaunlich schnell, wenn er sie nur anschaut.
Und das funktioniert. Kaum trottet der braun-weiße Vierbeiner an einem Gast vorbei, streicht
schon die nächste Hand durch sein weiches Fell. Kein großes Spektakel. Kein Kommando.

Nur ein kurzer Moment, der Gesichter aufhellt.
Anke Hoffmann (Betreuerin) bringt Eddie alle zwei Wochen mit in die Tagespflege. Er ist kein
Therapiehund, trotzdem übernimmt er seine Rolle als Besuchshund mit erstaunlicher
Gelassenheit. Während andere Hunde bei Leckerchen unruhig werden, wartet Eddie
konzentriert auf seinen Einsatz.

Beim Hütchen-Memory wird das zur Teamarbeit. Unter kleinen Bechern verstecken sich
Leckerlis. Wer sich die passenden Paare merkt, darf Eddie damit füttern. So sind Mensch und
Hund ganz bei der Sache. Es wirkt fast so, als würde er mitraten. Zumindest steht für ihn
fest: Hoffentlich stimmt die Antwort.

Etwas kniffliger wird es bei einer Schnur, auf der kleine Käsewürfel entlang geschoben
werden müssen. Dabei sind Fingerspitzengefühl und Konzentration gefragt. Die Senioren
trainieren dabei fast nebenbei ihre Motorik. Eddie trainiert vor allem seine Geduld. Nicht
immer leicht, wenn der Lieblingskäse nur wenige Zentimeter entfernt ist. Er hat früh gelernt,
Essbares nicht einfach vom Boden aufzunehmen. Ein wichtiger Schutz vor Giftködern.
Sein großes Finale kennt inzwischen jeder in der Tagespflege. Wer möchte, legt einen kleinen
Käsewürfel auf Eddies Nase. Er sitzt regungslos da. Kein Zucken. Erst wenn das erlösende
„Okay!“ kommt, fliegen die Würfel durch die Luft und verschwinden in Rekordzeit in Eddies
Maul.

Dass Eddie so gelassen bleibt, kommt nicht von ungefähr. Anke Hoffmann übt täglich mit
ihm. Rolle, Pfötchen, links, rechts oder „Peng“-Tricks gehören für beide zum Alltag.
Tiere gehören in der Johanniter-Tagespflege ohnehin zum Alltag. Kaninchen,
Meerschweinchen, Schafe, Ziegen oder Ausflüge zum Pferdehof – immer wieder sorgen
tierische Begegnungen für neue Gespräche und Erinnerungen bei den Gästen. „Wir stellen
fest“, sagt Anke Hoffmann, „dass Tierbesuche in der Tagespflege besonders wertvoll sind.“

Der Kontakt zu Tieren vermittele Freude und Geborgenheit, baue Ängste und Unsicherheiten
ab, beschreibt Anke Hoffmann ihre Erfahrungen. Die Erinnerungen an eigene Haustiere und
frühere Lebensabschnitte werden so aktiviert und durch gemeinsame Aktivitäten zusätzlich
die Motorik und Beweglichkeit gefördert.

Johanniter-Tagespflege Radebeul: 0351 440 354 70

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