Moritzburg könnte mit dem Fasanenschlößchen Fensterregion der BUGA Dresden 2033 werden. Foto © BranczeiszMoritzburg könnte mit dem Fasanenschlößchen Fensterregion der BUGA Dresden 2033 werden. Foto © Branczeisz

Moritzburg. Moritzburg könnte bei der Bundesgartenschau 2033 in Dresden mitmischen – und dabei einen seiner schönsten Orte aus dem Dornröschenschlaf holen. Noch ist nichts entschieden, doch Bürgermeisterin Katrin Sontag bringt eine Bewerbung als sogenannte Fensterregion ins Spiel. Und die Idee hat durchaus Charme. Zur Sprache kam das Thema bei einem Treffen der wichtigsten Akteure rund um Schloss Moritzburg. Mit am Tisch saßen unter anderem Vertreter des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB), des Zentralen Flächenmanagements Sachsen, der Schlossverwaltung, der Gemeinde und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Neben dem Ärger um Bäume am Schloss ging es auch um die Zukunft der historischen Anlagen.

„Wir würden uns gern als Fensterregion für die BUGA Dresden bewerben“, erklärt Sontag. Gemeint sind zusätzliche Standorte im Umland, die die eigentliche Gartenschau ergänzen und Besucher in die Region locken sollen. Nach Informationen der Bürgermeisterin soll die entsprechende Ausschreibung der Stadt Dresden im Dezember 2026 oder Januar 2027 kommen. Allerdings fehlt Moritzburg noch das entscheidende Puzzleteil: ein konkretes gärtnerisches Projekt. Andere Gemeinden stehen bereits in den Startlöchern. So ist etwa der Klosterpark Altzella in Nossen als möglicher Außenstandort im Gespräch.

Schlosspark oder Fasanengarten?

Zwei Kandidaten hat Moritzburg im Blick. Der historische Schlosspark wäre ein echtes Prestigeprojekt. Seine einstige barocke Gestaltung wurde bis heute nicht vollständig wiederhergestellt. Eine umfassende Rekonstruktion wäre allerdings eine gewaltige Aufgabe. Greifbarer erscheint der Barockgarten am Fasanenschlösschen. Die historische Fasanerie entstand ab 1728 und zählt zu den außergewöhnlichsten Gartenanlagen Sachsens. Für ihre Wiederherstellung gibt es bereits Überlegungen und Vorarbeiten.

Zwischen 2017 und 2020 wurden historische Mauern instand gesetzt und die Kanalkette bis zum Venusbrunnen saniert. Doch die vollständige Restaurierung bleibt ein kostspieliger Wunsch. Experten rechnen mit deutlich mehr als sechs Millionen Euro. Hinzu kommen komplizierte Eigentumsverhältnisse. Wie dringend Geld gebraucht wird, zeigt der Venusbrunnen. Die wertvolle barocke Figurengruppe wurde inzwischen zum Schutz vor weiteren Schäden eingehaust. Eine eigentliche Restaurierung ist das noch nicht. Dafür fehlen bislang die Mittel. Eine BUGA-Bewerbung könnte dem historischen Garten neuen Schwung geben. Allerdings müsste ein solches Projekt aus der Moritzburger Kulturlandschaft heraus angestoßen werden. Das SIB werde diese Aufgabe nicht übernehmen, macht Sontag deutlich. Ob aus der Idee tatsächlich eine Bewerbung wird, hängt nun vom passenden Konzept, den Ausschreibungsbedingungen und der Finanzierung ab. Die Chance ist da – jetzt braucht Moritzburg einen konkreten Plan.

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