Radebeul hat sich entschieden: An der Weintraubenstraße soll eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer geplant werden. Der Stadtrat stimmte am 28. Oktober mit 18 Ja, 9 Nein und 3 Enthaltungen für Variante 1. Ein Baubeschluss ist das noch nicht.
Vier Lösungen standen zur Wahl: Variante 1, eine Brücke am S-Bahn-Halt Weintraube; Variante 2, eine Ampel am Knoten Weintraubenstraße/Roseggerstraße; Variante 2b, eine Ampel mit zusätzlicher Fuß- und Radwegführung nördlich der Jugendherberge; und Variante 3, ein Minikreisverkehr. Die Brücke soll den Fuß- und Radverkehr ohne Ampelstopps über die viel befahrene Straße führen. So werden S-Bahn-Halt, Lößnitzgymnasium, Stadion und Jugendherberge sicherer miteinander verbunden. Der Autoverkehr auf der Weintraubenstraße müsste dafür nicht anhalten. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber den Ampellösungen; der Minikreisel gilt wegen der engen Verhältnisse als problematisch für Busse.
Teil des Gesamtkonzepts ist außerdem, den südlichen Abschnitt der Richard-Wagner-Straße für den Kfz-Durchgangsverkehr zu sperren und am S-Bahn-Halt einen Stadtplatz zu schaffen. Für die Brücke stehen zunächst rund 818.000 Euro brutto im Raum, für sieben Teilmaßnahmen insgesamt rund 2,475 Millionen Euro. Finanzierung und Bauplanung sind noch offen.
Diskutiert wurde viel: Fraktionsrunde, Antrag auf Generaldebatte, Antrag auf Redebegrenzung auf 1 Minute, Antrag auf Schließen der Debatte – und am Ende doch ausdiskutieren. Da gab es nicht nur kurzes Irritationen, was denn die Geschäftsordnung genau besagt – wichtiger waren die inhaltlichen Punkte, die in der Runde angesprochen wurden.
Da wäre trotz der höchsten und heute sicher nicht vorauszusehenden Kosten für Variante 1, der Anspruch, die Wege für Radfahrer und Autofahrer an der Weintraubenstraße flüssig und sicherer zu machen. Da sind aber auch Bedenken, dass eine 125 Meter lange Anstiegsrampe, die bei der Höhe nötig ist, zu viel Fläche am Stadion und Grün verbraucht und doch ein recht wuchtiges Bauwerk werden könnte.
Ins Spiel gebracht wurden als Alternative auch Querungsinseln wie auf der Meißner Straße, um genau das zu umgehen und eine vernünftige Anbindung Kötzschenbrodaer Straße, Elbradweg, Kaufland und Gottesacker gefordert, die bei dieser Variante außen vor blieben. Hier solle die Verwaltung noch einmal in Klausur gehen. Außerdem müsste man unbedingt die nördliche Fläche der Jugendherberge, die sich als städtische Fläche nicht nur eigne, sondern auch auf der direkten Verbindung liege. Der Mensch nehme nun mal die Vogelzug-Linie, also immer den kürzesten Weg.


