Ein gigantisches Bauprojekt soll’s richten: 40 Kilometer Tunnel, 3000 Liter Elbwasser pro Sekunde – für Berlin. Nach dem Braunkohle-Aus 2038 fällt das abgepumpte Grundwasser aus der Lausitz weg, das bisher die Spree speist. Ohne dieses „geborgte Wasser“ könnte der Fluss in Zukunft bis zu drei Viertel weniger führen. Die Folge: Trinkwasserengpässe, vor allem in Berlin.
Die Idee: Elbwasser bei Bad Schandau entnehmen, durch einen Tunnel unter der Sächsischen Schweiz zur Talsperre Bautzen leiten, dann ab in die Spree. 150 Millionen Kubikmeter im Jahr. Doch ausgerechnet Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) macht da nicht mit und der hat Einfluss: Als Vorsitzender der Umweltministerkonferenz will er das Thema im Mai in Leipzig ganz oben auf die Agenda setzen.
Seine Haltung ist eindeutig: Die Elbe dürfe nicht zur Notreserve für andere Regionen werden. Denn auch sie habe mit sinkenden Wasserständen zu kämpfen. Von Breitenbuch warnt vor schweren Folgen für Natur, Landwirtschaft, Grundwasser und Wirtschaft entlang des Flusses.
Er fordert deshalb eine grundlegende Debatte auf Bundesebene: Wer bekommt künftig wie viel Wasser – und wer trägt die Konsequenzen?



