Theresa Scholz aus Radebeul behandelt seelische & körperliche Narben. Text & Foto © BranczeiszTheresa Scholz aus Radebeul behandelt seelische & körperliche Narben. Text & Foto © Branczeisz

Anzeige

Radebeul. Ein Herz, ein Kleeblatt und ein Anker – klein, hinter das Ohr tätowiert. Für Theresa Scholz war das Abschied, Erinnerung, Schmerzverarbeitung.

Ihre Oma, der Herzensmensch aus Kindertagen, war gestorben – „Zufrieden sein ist Glück. Zufrieden bleiben – Meisterstück“, hatte sie immer gesagt. Als sie ging, brach für Theresa eine Welt zusammen.

Die Tätowierung sollte Halt geben. Doch was folgte, war nicht Trost, sondern ein tiefer, körperlicher Schmerz, der nicht mehr verschwand. Erst Jahre später verstand sie:

Sie hatte sich die Trauer in den Körper geschrieben – buchstäblich. Denn auch Tattoos sind Narben. Und Narben sind mächtig.

Heute ist die 39-Jährige Heilpraktikerin in Radebeul und spezialisiert auf körperliche und seelische Narbenarbeit. Ihre persönliche Geschichte ist der Ursprung ihrer Arbeit – ehrlich, tief, geerdet.

Aufgewachsen auf einem Bauernhof, als echtes Dorfkind, war Leistung früh das Maß der Dinge. „Ich wollte eigentlich Ärztin werden“, sagt sie. Doch sie entschied sich für Kinder. 16 Jahre arbeitete sie als pharmazeutisch-technische Assistentin. Doch sie spürte: „Ich konnte den Menschen nicht wirklich helfen.“

Kurz vor Corona zog sie die Reißleine, kündigte von heute auf morgen. Der Wendepunkt kam über ihren Sohn – durch ihn lernte sie Dr. Karsten Wurm kennen, Begründer der Kairos-Methode. Dort fand sie Antworten. Sie ließ sich zur Heilpraktikerin ausbilden, lernte Akupunktur, Aromatherapie, Infusionstechniken. Vier intensive Meisterjahre folgten – in Körperarbeit, Umweltmedizin, Stoffwechselkunde, Zahn- und Narbentherapie.

„Narben sind mehr als Hautdefekte.“ Ein Knochenbruch etwa heilt körperlich. Doch das Unfalltrauma bleibt oft unentdeckt. Auch emotionale Narben – wie frühe Verletzungen, verbale Zurückweisungen – setzen sich fest. Chronischer Stress. „Ja, man kann vom Job getrieben sein, aber warum lässt man sich treiben? Wenn ich das immer nur über Leistung Lob bekomme, steigert sich das immer mehr und ich brenne aus.“ Wenn wir geboren sind, sehen wir wahrlich nicht immer toll aus, aber wir werden abgöttisch geliebt. Einfach nur, weil wir da sind. Irgendwann müssen wir leisten, folgen, hören… nur dann sind wir die Guten.

Theresa begegnet täglich Menschen mit unerklärlichen Symptomen: Hautausschläge, Erschöpfung, Burnout. „Ein Hautproblem ist oft ein Thema der Abgrenzung. Da hilft keine Salbe, wenn die Ursache Überforderung oder ein übergriffiges Umfeld ist.“ Sie schaut tiefer. Hinterfragt Muster. Gibt Impulse.

Besonders bewegt sie die Erkenntnis: Gene machen nur 16 Prozent unserer Gesundheit aus – 47 Prozent hingegen sind durch unsere Lebensweise beeinflussbar. Der Rest hängt mit Umwelt, Erziehung, Konditionierung und den Einflüssen unserer Umgebung zusammen.

„Wir haben viel Macht!“ Diese Verantwortung gibt sie weiter: „Wenn Menschen zu mir kommen, gebe ich 80 Prozent – aber sie müssen mit 80 Prozent wieder rausgehen.“ Heilung sei kein passiver Prozess. „Du hast so gelebt – deshalbkannst nur du es ändern.“ Bei ihr bekommen die Menschen auch ein „grünes Rezept“ – aber nicht zum Einreichen in der Apotheke, sondern darauf steht, was sie tun können, damit sie es schaffen!

www.ganzheitlich-therapie.de

Barrierefreiheit