Bauen Wohnuneg Schäferstraße Dresden WIDEin Neubau der WID an der Schäferstraße in Dresden-Friedrichstadt. Foto © WID

Dresden steht vor einer immensen Herausforderung: Bis 2035 braucht die Landeshauptstadt laut aktueller Prognose rund 21.000 neue Wohnungen. Das bedeutet, jedes Jahr müssten etwa 1.900 neue Einheiten entstehen. Besonders in den Jahren bis 2030 ist der Bedarf mit jährlich 2.300 Wohnungen hoch – angetrieben durch das erwartete Bevölkerungswachstum und den Boom rund um die Chipindustrie im Norden der Stadt.

Die gute Nachricht: Es gibt genug Flächen. Laut Stadtverwaltung decken verfügbare Baugebiete den Bedarf sogar zu 127 Prozent. Trotzdem bremsten in den letzten Jahren steigende Bau- und Finanzierungskosten den Wohnungsbau aus. Während zwischen 2016 und 2022 noch jährlich etwa 2.300 Wohnungen entstanden, fiel die Zahl zuletzt auf rund 1.700.

Um gegenzusteuern, setzt Dresden auf den sogenannten „Bauturbo“. Das neue Gesetz ermöglicht schnellere Genehmigungen und eine intensivere Nutzung geeigneter Flächen. Die Voraussetzung: Die Stadt muss aktiv zustimmen. Damit Bauprojekte nicht zum Spekulationsobjekt verkommen, wird ein zügiger Baubeginn erwartet.

Doch auch die Experten streiten: Während das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung nur 1.100 Wohnungen pro Jahr für nötig hält, spricht das Pestel-Institut von fast 3.900 – eine Zahl, die die Stadt für unrealistisch hält. Ein Zuviel würde Leerstand und unnötigen Flächenverbrauch riskieren. Klar ist: Ohne Tempo, digitale Prozesse und günstigeres Bauen bleibt Dresden im Wohnungsstau stecken.

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