180 Jahre Ernst von Schuch: Radebeul feiert die Musiklegende mit einem Konzert in der Hoflößnitz. Alle Termine und Hintergründe zum Jubiläum. Quelle © StiftungRobert Sterl, Generalmusikdirektor Ernst von Schuch bei der Generalprobe, 1909, Städtische Galerie Dresden / Franz Zadnicek

Radebeul. Ein besonderer Geburtstag, große Operngeschichte und ein Konzert in der Hoflößnitz: Radebeul und Dresden erinnern mit mehreren Veranstaltungen an den Stardirigenten Ernst von Schuch. Der weltberühmte Musiker hatte eine enge Verbindung zu Kötzschenbroda. Er brachte die großen Werke von Richard Strauss auf die Bühne, machte Dresden zu einer europäischen Opernhochburg und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Kötzschenbroda. Jetzt bekommt Ernst von Schuch eine besondere musikalische Geburtstagsparty: Am 23. November 2026 wäre der legendäre Dirigent 180 Jahre alt geworden. Gefeiert wird bereits im Oktober – auch mitten in Radebeul.

Musikalische Zeitreise in der Hoflößnitz

Für Radebeuler Musikfans wird vor allem der 18. Oktober interessant. Dann verwandelt sich die historische Hoflößnitz um 17 Uhr in einen Konzertsaal voller Musikgeschichte. Unter dem Titel „Lieder der Schuchzeit“ erwartet die Besucher ein musikalischer Streifzug durch die Epoche des berühmten Dirigenten.

Mit dabei sind Martina Damm als Moderatorin, Sänger Bernhard Hansky und Pianist Jobst Schneiderat. Das Konzert gehört zur Reihe „Kammermusik in der Hoflößnitz“ und verbindet Musik mit spannenden Einblicken in eine Zeit, als Dresden zu den wichtigsten Opernstandorten Europas gehörte. Auf dem Programm stehen unter anderem Kompositionen von Schuch sowie Werke von Johannes Brahms, Gustav Mahler und Richard Strauss.

Ein Weltstar mit Radebeuler Wurzeln

Geboren wurde Ernst von Schuch am 23. November 1846 im österreichischen Graz. Ab 1872 prägte er das Musikleben in Dresden, zunächst als Kapellmeister, später als Operndirektor und Generalmusikdirektor. Besonders eng arbeitete er mit Richard Strauss zusammen. Unter seiner Leitung erlebten Opern wie „Salome“, „Elektra“, „Feuersnot“ und „Der Rosenkavalier“ ihre Uraufführungen. Auch Werke von Verdi, Wagner und Puccini fanden durch sein Engagement ein begeistertes Publikum.

Sein Leben endete am 10. Mai 1914 in Kötzschenbroda. Begraben liegt er auf dem Friedhof Radebeul-West. Die Verbindung zur Stadt ist also weit mehr als eine historische Randnotiz.

Vier Termine zum großen Jubiläum

Den Auftakt macht am Sonntag, 11. Oktober, um 15 Uhr die Veranstaltung „Schuch zwischen Wagner und Strauß“ in den Richard-Wagner-Stätten Graupa. Martina Damm hält den Vortrag, begleitet von Bernhard Hansky mit Gesang und Professor Michael Schütze am Flügel. Am Mittwoch, 14. Oktober, um 18 Uhr geht es im Kügelgenhaus, dem Museum der Dresdner Romantik, weiter. Dort spricht Bernhard Hansky über die „Sängerinnen der Dresdner Künstlerfamilie von Schuch“.

Am Sonntag, 18. Oktober, um 17 Uhr folgt das Konzert „Lieder der Schuchzeit“ in der Hoflößnitz Radebeul mit Martina Damm, Bernhard Hansky und Jobst Schneiderat. Den Abschluss bildet am Dienstag, 24. November, um 18 Uhr die Verleihung des 12. Ernst von Schuch-Dirigentenpreises im Festsaal des Landhauses, dem Stadtmuseum Dresden. Die Veranstaltung findet vor geladenen Gästen statt.

2.000 Euro für den musikalischen Nachwuchs

Der diesjährige Dirigentenpreis geht an Luis Castillo-Briceño aus Zürich. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung fördert seit 2014 junge Dirigentinnen und Dirigenten. Hinter den Jubiläumsveranstaltungen steht auch die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch Dresden. Sie wurde 2011 von Schuchs Urenkelin Martina Damm und weiteren Nachfahren gegründet und feiert damit selbst ihr 15-jähriges Bestehen.

Die privat finanzierte Stiftung hält nicht nur das Andenken an den Dirigenten lebendig, sondern unterstützt gemeinsam mit dem Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates junge musikalische Talente. Das Jubiläum verbindet damit Vergangenheit und Zukunft: Während in der Hoflößnitz die Musik von damals erklingt, wird in Dresden bereits die nächste Generation großer Dirigenten gefördert.

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