Moritzburg muss rund 700.000 Euro zum dritten Bauabschnitt beisteuern. Foto © BranczeiszMoritzburg muss rund 700.000 Euro zum dritten Bauabschnitt beisteuern. Foto © Branczeisz

Moritzburg. 700.000 Euro. So viel muss Moritzburg nach aktueller Planung allein für den dritten Bauabschnitt der Steinbacher Dorfstraße beisteuern. Eine Summe, bei der die Gemeinderäte schlucken mussten. Zumal die Rechnung damit längst nicht abgeschlossen ist: Acht Bauabschnitte sind insgesamt vorgesehen. Der nächste könnte noch deutlich teurer werden.

Für den dritten Abschnitt werden die Gesamtkosten derzeit auf rund 1,8 Millionen Euro geschätzt. Die Dorfstraße ist eine Kreisstraße, die Gemeinde muss ihren vereinbarten Anteil an der Baumaßnahme des Landkreises Meißen tragen. Laut Beschlussvorlage sind das vorläufig exakt 692.365,23 Euro brutto. Die Vereinbarung musste erneut auf den Tisch: Die Baupreise sind gestiegen, die geplante Strecke wurde um 30 Meter verlängert. Gegenüber der früheren Planung verteuerte sich das Vorhaben um fast 300.000 Euro.

Das Bittere: In Steinbach kämpfen die Menschen seit rund 30 Jahren für eine vernünftige Ortsdurchfahrt. Ein Luxuswunsch ist das nicht. Zwei Abschnitte sind inzwischen geschafft, doch bis zur komplett sanierten Straße bleibt es ein langer Weg. Für Abschnitt drei ist der Baubeginn 2027 vorgesehen. Das Geld muss Moritzburg im Haushalt dafür erst bereitstellen.

Und dann kommt Abschnitt vier: Nach derzeitiger Schätzung dürfte er insgesamt mehr als zwei Millionen Euro kosten. Ein Grund ist die geplante Amphibienschutzanlage am Mistschänkenweg. Sie soll Tiere schützen, macht den Ausbau aber aufwendiger. Die Summe ist eine Prognose, keine Endabrechnung.

Für den Gemeindehaushalt wird das zum Problem. Schon für 2026 kalkulierte Moritzburg im Ergebnishaushalt ein Defizit von rund 2,95 Millionen Euro. Jeder teure Straßenabschnitt engt den Spielraum für andere Aufgaben weiter ein. Dabei wartet die nächste Baustelle bereits: die Kalkreuther Straße vom Schlossteich Richtung Bärwalde. Auch dort ist die Sanierung dringend nötig. Weil ein grundhafter Ausbau für die Gemeinde finanziell nicht machbar ist, soll die Straße schrittweise instandgesetzt werden. Für 2027 ist der erste Abschnitt vorgesehen.

Steinbach zeigt, was jahrelanges Verschieben kostet. Je länger ein notwendiger Ausbau liegen bleibt, desto schwerer lässt er sich finanzieren. Die Gemeinde muss jetzt Millionen für Straßen einplanen, die längst hätten erneuert werden sollen. Und eine schnelle Lösung für alle acht Abschnitte ist nicht in Sicht.

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