99 Prozent für Thomas Schubert: Coswig bestätigt seinen Oberbürgermeister ungewöhnlich deutlich. Doch nur 32 Prozent der Wahlberechtigten gingen wählen. Foto © Coswig99 Prozent für Thomas Schubert: Coswig bestätigt seinen Oberbürgermeister ungewöhnlich deutlich. Doch nur 32 Prozent der Wahlberechtigten gingen wählen. Foto © Coswig

Coswig. 99,0 Prozent. Ein Wahlergebnis, bei dem man heute zweimal hinschaut. Thomas Schubert bleibt Oberbürgermeister von Coswig – und wurde am Sonntag mit einer Zustimmung im Amt bestätigt, wie man sie bei politischen Wahlen nur selten liest. 5.127 gültige Stimmen gingen an den 54-jährigen parteilosen Amtsinhaber. Gerade einmal 54 Stimmen entfielen auf andere Personen. Denn ganz alternativlos war die Wahl trotz des ungewöhnlichen Ergebnisses nicht: Schubert stand zwar als einziger Bewerber auf dem Stimmzettel, die Coswiger konnten aber selbst einen anderen wählbaren Namen eintragen. Damit erzählt die Zahl von 99 Prozent gleich zwei Geschichten. Sie ist einerseits eine außergewöhnlich deutliche Bestätigung für einen Oberbürgermeister, der in Coswig längst kein Unbekannter mehr ist. Andererseits gingen nur 32 Prozent der Wahlberechtigten überhaupt zur Wahl. 5.333 Menschen gaben ihre Stimme ab, mehr als zwei Drittel blieben den Wahllokalen fern.

Für Schubert selbst dürfte trotzdem vor allem eines zählen: Die Coswiger, die ihre Stimme gültig abgegeben haben, stellten sich nahezu geschlossen hinter ihn. „Wirklich überwältigend“, dürfte wohl die menschlichste Beschreibung für ein solches Ergebnis sein. Schubert selbst spricht von großem Vertrauen und einem Auftrag, seine Arbeit engagiert fortzusetzen. Dabei ist Rathauspolitik für ihn längst Alltag. Seit Januar 2020 führt er Coswig als Oberbürgermeister, zuvor arbeitete er bereits als Kämmerer und Bürgermeister für die Stadt. Am 1. Januar 2027 beginnt nun seine zweite siebenjährige Amtszeit.

Und die nächsten Baustellen kennt Schubert bereits: Coswig soll schuldenfrei bleiben, Nebenstraßen sollen saniert und Schulen sowie Kitas möglichst wohnortnah erhalten werden. Auch die S 84 bleibt ein großes Thema, weil sie die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll. So endet diese Wahl ohne politischen Machtwechsel – aber mit einer Zahl, die hängen bleibt: 99 Prozent für Thomas Schubert. In einer Zeit knapper Mehrheiten ist das zumindest ein äußerst ungewöhnliches Ergebnis.

Barrierefreiheit