Dresden. Wer regelmäßig über das Blaue Wunder fährt, sollte sich den Oktober-Termin schon jetzt merken: Auf Dresdens berühmter Elbbrücke wird die Baustelle noch einmal deutlich größer. Die Arbeiten rücken auf die Blasewitzer Seite vor – und dafür muss die Brücke für Autos und Busse mehrere Tage komplett dichtgemacht werden.
Die Vorbereitungen laufen bereits. Seit Montag, 28. September, entfernen Arbeiter auf der Blasewitzer Seite Geländerteile und alte Kabelrinnen. Rund zwei Wochen sind dafür eingeplant. Für Autofahrer bleibt zunächst alles wie gewohnt, Einschränkungen entstehen durch diese Vorarbeiten noch nicht. Richtig ernst wird es ab Freitag, 9. Oktober, um 21 Uhr. Dann wird das Blaue Wunder bis Dienstag, 20. Oktober, 4 Uhr vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt. Der Grund ist ziemlich beeindruckend: Auf und neben der Fahrbahn entsteht ein umfangreiches Arbeitsgerüst. Ohne die freie Fahrbahn lässt sich diese Konstruktion nicht sicher aufbauen.
Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, kommt weiterhin über die Elbe. Autos werden über die Waldschlößchenbrücke umgeleitet. Auch die Busse nutzen während der Sperrung die bereits von früheren Bauphasen bekannten Umleitungsstrecken. Hinter dem Gerüst steckt deutlich mehr als ein bisschen neue Farbe. Das Blaue Wunder wird Stück für Stück technisch fit gemacht. Stahlbauteile werden kontrolliert und instandgesetzt, beschädigte Teile ersetzt und der Korrosionsschutz erneuert. Dafür muss die alte Beschichtung teilweise runter, bevor die historische Stahlkonstruktion wieder geschützt werden kann. Die Arbeitsbereiche werden eingehaust, damit Strahlgut nicht einfach in die Umgebung oder in die Elbe gelangt. Ziel der laufenden Grundinstandsetzung ist es, die Brücke unter der bisherigen Verkehrsbelastung für weitere Jahrzehnte sicher betreiben zu können.
Auf der Loschwitzer Brückenhälfte laufen diese Arbeiten bereits seit Mai 2025. Allein der dort vergebene Bauauftrag hat ein Volumen von rund 17,5 Millionen Euro. Bis zu 50 Prozent der Baukosten können über die Förderung des kommunalen Straßenbaus durch den Freistaat Sachsen getragen werden. Parallel folgt nun die Blasewitzer Hälfte; deren Sanierung ist nach bisherigen Planungen bis Ende 2030 vorgesehen.
Und der Aufwand zeigt, was hier eigentlich erhalten wird: Das 1893 eröffnete Blaue Wunder ist rund 280 Meter lang, wiegt etwa 3.500 Tonnen und gehört zu den bekanntesten technischen Denkmälern Dresdens. Die Konstruktion kam ohne Strompfeiler in der Elbe aus – für ihre Zeit eine echte Ingenieurleistung. Für Autofahrer heißt das im Oktober allerdings ganz pragmatisch: Umweg einplanen. Vom 9. bis 20. Oktober gehört das Blaue Wunder während des Gerüstbaus Fußgängern, Radfahrern – und vor allem den Bauleuten.



