Martina Müller ist Ansprechpartnerin der Johanniter-Kontaktstelle in Meißen. Foto © BranczeiszMartina Müller ist Ansprechpartnerin der Johanniter-Kontaktstelle in Meißen. Foto © Branczeisz

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Die Buschmühle in Meißen (Dobritz) ist weit mehr als ein Treffpunkt. Zwischen Bingo-Kaffee, Pflegekursen und Plauderstunden entsteht hier Tag für Tag ein Ort, an dem Menschen Hilfe finden, neue Kontakte knüpfen und manchmal sogar Freundschaften schließen. Im Innenhof der historischen Buschmühle am Buschbad 13 hat sich die Kontaktstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe zu einer wichtigen Anlaufstelle für Senioren, pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderungen, Familien und Hilfesuchende entwickelt.

Mittendrin: Martina Müller. Seit dem Frühjahr 2024 arbeitet sie in der Kontaktstelle und koordiniert unter anderem die Vermittlung von Nachbarschaftshelfenden und Hilfesuchenden. Die Helfenden kommen nicht nur aus Meißen, sondern auch aus Diera-Zehren, Klipphausen, Nossen sowie teilweise aus Riesa und Großenhain.

Die Nachbarschaftshilfe ist kein Ehrenamt, sondern bürgerschaftliches Engagement. Sie soll Menschen im Alltag entlasten und soziale Kontakte ermöglichen. Nachbarschaftshelfende begleiten zu Arztterminen, helfen bei Besorgungen, kochen oder backen gemeinsam mit Pflegebedürftigen und verbringen Zeit mit Menschen, die sich Gesellschaft wünschen. Oft geht es weniger um praktische Hilfe als um ein offenes Ohr. Spaziergänge, Spiele oder andere gemeinsame Freizeitaktivitäten gehören ebenfalls dazu.

Auch gemeinsame Gartenarbeit oder Spaziergänge mit dem Hund können Teil der Nachbarschaftshilfe sein, wenn sie gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person erfolgen. Dabei stehen Bewegung, Aktivierung und soziale Kontakte im Vordergrund. Die Unterstützung muss immer in direktem Bezug zur hilfebedürftigen Person stehen. Regelmäßige Reinigungsarbeiten gehören dagegen nicht zu den Aufgaben. Kleinere Hilfen im Haushalt sind möglich, Nachbarschaftshelfende ersetzen jedoch keine Reinigungskräfte. Nicht ohne Grund wird die Nachbarschaftshilfe oft als „Hilfe für die Seele“ bezeichnet.

Gerade ältere Menschen profitieren von diesen Begegnungen. Häufig ist Einsamkeit das größere Problem als fehlende praktische Unterstützung. Petra Dornblut, Leiterin der Breitenausbildung bei den Johannitern im Regionalverband Meißen/Mittelsachsen, kennt diese Situation besonders aus dem ländlichen Raum. „Auf dem Dorf kennt jeder jeden“, sagt sie. Wer Hilfe annimmt, lässt andere Menschen in sein Leben. Deshalb legen die Johanniter großen Wert auf eine fundierte Qualifizierung.

Wer sich als Nachbarschaftshelfender engagieren möchte, muss zunächst einen achtstündigen Grundkurs absolvieren. Danach dürfen Helfende maximal 40 Stunden pro Monat für höchstens zwei Hilfesuchende tätig sein. Pflegeleistungen dürfen sie nicht übernehmen. In den Kursen lernen die Teilnehmenden unter anderem Erste Hilfe, Sturzprävention, den Umgang mit Erkrankungen sowie rechtliche Grundlagen und Abrechnungsverfahren kennen. Alle drei Jahre ist eine Auffrischung erforderlich. Die Kosten übernehmen in der Regel die gesetzlichen Pflegekassen. Zusätzlich müssen sich Nachbarschaftshelfende registrieren lassen und eine Haftpflichtversicherung nachweisen.

Für Petra Dornblut steht dabei vor allem der menschliche Aspekt im Vordergrund. Nachbarschaftshelfende seien weder günstige Haushaltshilfen noch ein Ersatz für Pflegedienste. Körperpflege, medizinische Versorgung oder Wundbehandlungen bleiben Fachkräften vorbehalten. „Nachbarschaftshelfer sind Herzensmenschen. Die Vertrauensperson gegen Einsamkeit“, sagt sie.

Doch die Kontaktstelle bietet weit mehr als Nachbarschaftshilfe. Die Räumlichkeiten werden regelmäßig für Seniorentreffs, Selbsthilfegruppen, Feiern, Seminare und Veranstaltungen genutzt. Zum Programm gehören Bingo-Kaffee, musikalische Nachmittage, Aktivangebote und gemeinsame Plauderstunden. Auch die jährliche Adventsfeier hat sich etabliert. Besonders beliebt ist der offene Kaffee- und Tee-Treff. Jeden Mittwoch sind Besucher von 10.30 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 15.30 Uhr willkommen.

Die Johanniter-Kontaktstelle Meißen ist montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 14 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Freitags besteht telefonische Erreichbarkeit. Parkplätze befinden sich direkt vor dem Haus, eine Bushaltestelle liegt unmittelbar vor der Tür.

Kontakt Martina Müller
Mitarbeiterin Kontaktstelle Meißen
Telefon: 03521 4593770
E-Mail: kontaktstelle.meissen@johanniter.de

Kontakt Petra Dornblut
Bereichsleitung Breitenausbildung, Ambulante Wohnformen und Pflegeberatung
Telefon: 03523 53577-26

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