Erneut sind zahlreiche Sandsteinstufen an der historischen Treppe zur Friedensburg in Radebeul beschädigt worden. Abplatzungen, tiefe Einschläge und herausgebrochene Kanten prägen das Bild des beliebten Aufstiegs durch die Weinberge. Für viele Anwohner weckt das unangenehme Erinnerungen, denn ähnliche Schäden sorgten bereits vor einigen Jahren für Schlagzeilen.
Tatsächlich ist die aktuelle Beschädigung nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Sommer 2022 wurden an der historischen Sandsteintreppe unterhalb der Friedensburg massive Schäden festgestellt. Nach Angaben der Stadt Radebeul waren damals rund 30 Stufen betroffen. Die Beschädigungen reichten von frischen Einschlägen bis zu großflächigen Abplatzungen. Als mögliche Ursache wurden das Herabwerfen schwerer Steine vermutet.
Die Folgen waren erheblich. Die Stadt bezifferte die Reparaturkosten seinerzeit auf rund 60 bis 120 Euro pro beschädigter Stufe. Bei mehreren Dutzend betroffenen Treppenstufen entstand so ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Neben den Kosten stand jedoch vor allem die Beschädigung historischer Bausubstanz im Mittelpunkt. Die Treppe ist Teil der denkmalgeschützten Weinbergslandschaft und gehört zu den bekanntesten Aufstiegen in den Radebeuler Weinbergen.
Besonders brisant: Die Zerstörungen beschränkten sich damals nicht auf die Friedensburg. Zeitgleich wurden am Eggersweg unterhalb des Spitzhauses rund 50 weitere historische Treppenstufen beschädigt. Wenige Wochen später meldeten Anwohner erneut frische Schäden an derselben Stelle. Mehr als ein Dutzend weitere Stufen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt sprach bereits damals von einem wiederkehrenden Problem. Beobachter gingen von gezielten Sachbeschädigungen entlang des Sächsischen Weinwanderweges aus. Ein Täter konnte bis heute öffentlich nie ermittelt werden. Das Ordnungsamt erstattete Anzeige und bat die Bevölkerung um Hinweise. Ein Ermittlungserfolg wurde jedoch nie bekanntgegeben.
Die Bedeutung der Treppe reicht weit über ihre Funktion als Wanderweg hinaus. Sie verbindet die Bodelschwinghstraße mit der Friedensburg und erschließt einen wichtigen Teil der historischen Weinbergslandschaft. Das Areal steht unter Denkmalschutz und ist ein prägender Bestandteil des Landschaftsbildes der Lößnitz. Auch die Friedensburg selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach der Schließung der Gaststätte in den 1990er Jahren entbrannte ein jahrelanger Streit um die künftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. Gerichtsverfahren über Wohn-, Gastronomie- und Wegerechte beschäftigten über lange Zeit Eigentümer, Stadt und Behörden. Erst 2018 wurde ein Vergleich geschlossen, der unter anderem den Erhalt und die öffentliche Nutzung der Wege im Bereich der Friedensburg sicherte.
Die erneuten Schäden werfen nun die Frage auf, ob sich die Ereignisse von 2022 wiederholen. Hat dieses Mal jemand etwas gesehen?



