Ein tödlicher Schuss vor einem Wohnhaus in Strehla beschäftigt seit Donnerstagabend die Ermittler in Sachsen. Ein 42-jähriger Mann wurde dabei getötet. Die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden gehen derzeit von einem Totschlag aus und ermitteln gegen drei deutsche Tatverdächtige im Alter von 36, 37 und 41 Jahren.
Nach bisherigen Erkenntnissen spielte sich die Tat am 11. Juni 2026 gegen 21.05 Uhr auf der Riesaer Straße (B 182) ab. Zeugen meldeten Schüsse vor einem Wohnhaus und alarmierten sofort Polizei und Rettungsdienst. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie den 42-Jährigen mit einer Schussverletzung im Oberkörper vor. Jede Hilfe kam zu spät – der Mann starb noch am Tatort.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll es unmittelbar vor den Schüssen zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem späteren Opfer und einem 41-jährigen Deutschen gekommen sein. Im Verlauf des Streits soll der Mann eine Schusswaffe gezogen und auf den 42-Jährigen geschossen haben. Die genauen Hintergründe des Konflikts sind bislang unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Dank schneller Zeugenhinweise leitete die Polizei unmittelbar nach der Tat eine großangelegte Fahndung ein. Dabei kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Nur kurze Zeit später konnten Einsatzkräfte auf der Uthmannstraße in Riesa zwei Männer im Alter von 37 und 41 Jahren festnehmen. Beide stehen im Verdacht, an dem Tötungsdelikt beteiligt gewesen zu sein.
Die Ermittler werfen dem 37-Jährigen vor, den mutmaßlichen Schützen mit einem Fahrzeug nach Strehla gebracht zu haben. Außerdem soll er während der Tat vor Ort gewesen sein und den 41-Jährigen in seinem Tatentschluss bestärkt haben. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft könnte er damit die Tat unterstützt und erleichtert haben. Nach dem tödlichen Schuss sollen die beiden Männer die mutmaßliche Tatwaffe an einen 36-jährigen Bekannten übergeben haben. Dieser soll die Waffe anschließend auf seinem Grundstück vergraben haben, um sie vor den Ermittlern zu verstecken. Die Polizei kam dem jedoch schnell auf die Spur. Bei Durchsuchungen wurde die mutmaßliche Tatwaffe gefunden und sichergestellt. Der 36-Jährige wurde am Freitag vorläufig festgenommen.
Der Bereich rund um den Tatort blieb über Stunden abgesperrt. Spezialisten der Kriminaltechnik sicherten Spuren, dokumentierten den Tatort und befragten Zeugen. Parallel dazu liefen die Ermittlungen auf Hochtouren. Nach Angaben der Polizei bestand für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat inzwischen Haftbefehle gegen alle drei Beschuldigten beantragt. Der 41-Jährige soll wegen des Verdachts des Totschlags, der 37-Jährige wegen Beihilfe zum Totschlag und der 36-Jährige wegen versuchter Strafvereitelung vor den Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden gebracht werden. Noch offen ist, warum der Streit eskalierte und was genau zu den tödlichen Schüssen führte. Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich mit weiteren Details derzeit zurück. Die Ermittlungen dauern an.



