Der Stadt reicht es vorerst - die JuCo darf nicht mehr fremd vermieten. Foto © BranczeiszDer Stadt reicht es vorerst - die JuCo darf nicht mehr fremd vermieten. Text & Foto © Branczeisz

OB Bert Wendsche hat die Notbremse gezogen. So jedenfalls hat er den Stadträten selbst die Entscheidung seines Haus begründet, weshalb er dem Betreiber des Jugendtreffs „Weißes Haus“ JuCo jetzt ein Fremdvermietungsverbot ausgesprochen hat. Ab sofort darf der Betreiber den Ort nicht mehr für private Feiern vermieten. Dem vorausgegangen sind regelmäßige Beschwerden der Anwohner über Lärm zu nachtschlafender Zeit, Anrufe bei der Polizei, die wieder auf dem Tisch des OB landen und Bußgelder an den Betreiber, die auch gezahlt wurden.

Das Ganze gipfelte in einer Party, die morgens 5 Uhr immer noch im volle Gange war und die Geduld von Anwohner und Rathaus schließlich überstrapazierte. Für Wendsche ist das „Maß des Vertretbaren“ überschritten, auch der Betreiber habe es trotz aller Gespräche unterlassen, seiner Pflicht nachzukommen und das zu regeln.

Für Wendsche ist klar: „Ich habe mich viele Jahre für das Weiße Haus eingesetzt. Wenn wir jetzt nicht deeskalieren, steht das Jugendhaus insgesamt auf der Kippe und wir haben in Radebeul keinen anderen Ort, wo wir so einen Jugendtreff etablieren können“, so Bert Wendsche. Aufgebracht war er, weil Stadtrat Leonhard Weist (SPD) anmahnt, man müsse doch zunächst die Lärmemission korrekt messen, bevor die Stadt ein solche Verbot schicke.

Als Oliver von Gregory (Grüne) nachhakte, ob dass denn nun eine zivilrechtliche Sache oder eine Verwaltungsentscheidung gewesen sei, pushte sich ein Wortgefecht hoch, das Dr. Ullrich Reuschel (CDU) mit einem Antrag zur Geschäftsordnung beendete, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Dem stimmte die Mehrheit zu. Leonhard Weist konnte dadurch eine Nachfrage nicht mehr stellen, was durchaus ein Geschmäckle hat, aber sicher ist es besser, das Ganze noch einmal in Ruhe zu besprechen.

Denn was nun wird, bis die neue Lärmschutzwand steht, ist die eine Frage. Die viel weitreichendere ist doch: Wie agiert die JuCo überhaupt als Betreiber, wie denken die Anwohner über das Jugendhaus und wie soll sich – mit oder ohne Lärmschutzwand – angesichts solcher Geschichten ein normales Miteinander entwickeln?

Barrierefreiheit