Staubmasken statt Museumsführungen: In der legendären Villa Bärenfett in Radebeul agieren derzeit Sägen, Hammer und Spachtel. Derzeit ist das Haus komplett geschlossen – und gleicht einer Baustelle. Alle Wände sind mit Folien verhangen, jedes Museumsstück ist extra verpackt. Der Boden liegt unter einer Schicht Sägespäne und Staub. Mitten im Umbau: Direktor Dr. Volkmar Kunze und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Robin Leipold. Beide packen an, sägen Wandverkleidungen aus kanadischer Lärche zurecht.
Doch die Sanierung beschränkt sich nicht nur auf neue Wände. Sie entfernen alte Tapeten, legen neue Kabelkanäle, die zentrale Anlage wurde bereits komplett umgebaut. Für die technischen Anlagen sind regionale Firmen im Einsatz: Firma Sommer kümmert sich um die Heizung, Firma Schubert übernimmt Lüftung und Klima, und die Elektroinstallationen stammen von Firma Rotsche – alle aus Radebeul. Einzige Ausnahme: das Holz, das von einem Holzhandel aus Zeitz kommt. Der neue Empfangsanbau ist im Rohbau fertig. Man kann jetzt schon alles erkennen, das Foyer, den Fahrstuhlschacht. Jetzt sind die Dachdecker-Arbeiten ausgeschrieben. Künftig wird von hier aus der Zugang zur Villa Bärenfett sein. Deshalb muss jetzt der gesamte Museumsrundgang umgedreht, müssen Räume und Wege neu gestaltet werden.
Die Besonderheit: Alles wird privat gestemmt. Weil die Karl-May-Stiftung 50 Prozent der Kosten selbst trägt, ist Kunze nicht an öffentliche Vergaben gebunden. Immerhin: Fördergelder aus dem Kulturraum könnten noch folgen. Schon in drei Wochen sollen die Ausstellungsräume in der Villa Bärenfett wieder öffnen. Bereits nächste Woche geht die Villa Shatterhand mit halbem Eintrittspreis in den Betrieb – dort wurde zuletzt Inventur gemacht, einige Exponate wurden ausgelagert. Alles in allem sind das die größten Umbauten in der Villa Bärenfett seit 1935.



