Blind zu sein kann man sich nicht vorstellen - man kann es erleben - doch selbst dann weiß der Gesunde, er kann die Augen wieder öffnen. Foto: privatBlind zu sein kann man sich nicht vorstellen - man kann es erleben - doch selbst dann weiß der Gesunde, er kann die Augen wieder öffnen. Foto: privat

Wie fühlt sich der Alltag an, wenn das eigene Sehvermögen plötzlich eingeschränkt ist oder ganz fehlt? Mit einer besonderen Mitmach-Aktion will das Heimatmuseum genau dafür sensibilisieren. Unter dem Titel „Blinde sehen anders“ öffnet die aktuelle Sonderausstellung am Samstag, 6. Juni 2026, von 14 bis 17 Uhr ihre Türen für ein interaktives Erlebnisprogramm rund um das Leben blinder und sehbehinderter Menschen.

Viele Sehbehinderungen sind für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Manche Betroffene erkennen bestimmte Dinge problemlos, kämpfen an anderer Stelle aber mit starken Einschränkungen oder einem schwankenden Sehvermögen. Das führt im Alltag oft zu Missverständnissen, Unsicherheit und fehlendem Verständnis auf beiden Seiten.

Die Ausstellung setzt deshalb bewusst auf Selbsterfahrung statt trockene Theorie. Besucher können verschiedene Gesellschaftsspiele mit verbundenen Augen ausprobieren, taktile Karten und Reliefbücher ertasten oder kurze Texte in Blindenschrift entschlüsseln. Auch der eigene Name lässt sich in Braille-Punkten schreiben. Dazu kommen Sinnesstationen für Tast- und Geruchswahrnehmung sowie ein geführter Parcours mit Blindenstock und verbundenen Augen.

Das Ziel: Sehende sollen die Lebensrealität blinder und sehbehinderter Menschen unmittelbarer erleben und neue Perspektiven gewinnen. Das Heimatmuseum schafft damit nicht nur Aufmerksamkeit für ein oft unterschätztes Thema, sondern lädt gleichzeitig zu mehr Verständnis und gegenseitiger Rücksicht im Alltag ein.

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