Moritzburg. Die Kleine Fasanenstraße wird für 279.076 Euro saniert. Doch der von der Gemeinde gewünschte Asphalt darf nicht eingebaut werden: Naturschutzbehörde und Denkmalpflege haben Einwände. Statt einer Asphaltdecke kommt eine wassergebundene „Sächsische Wegedecke“ zum Einsatz – trotz Kritik.
Seit dem 5. Oktober wird die 1.580 Quadratmeter große Strecke zwischen Perlhühnerscheune und Kanalbrücke erneuert. Acht Wochen sind für die Arbeiten vorgesehen. Weil sich die neue Oberfläche anschließend verfestigen muss, bleibt die Kleine Fasanenstraße wohl bis Jahresende ab der Perlhühnerscheune voll gesperrt. Der Parkplatz ist anfangs teilweise nutzbar, Kleingärtner können zunächst auf ihrem Gelände parken. Dieser Bereich folgt im zweiten Bauabschnitt. Die Sanierung war bereits für 2025 geplant, doch die Kanalbrücke an der Großen Fasanenstraße hatte Vorrang. Den Zuschlag erhielt die Arndt Brühl GmbH aus Freital; drei Firmen hatten Angebote abgegeben. Mit 279.076 Euro liegt der Auftrag rund 16 Prozent über der Kalkulation von 240.900 Euro. Bereits 2025 erhielt Moritzburg 201.402 Euro aus dem Kommunalbudget für Straßenbau. Im Haushalt sind 270.000 Euro vorgesehen, weitere 20.000 Euro werden aus dem Straßenunterhalt umgeschichtet.
Die neue Decke besteht aus verdichtetem Mineralgemisch und soll sich in die historische Landschaft einfügen. Doch Regen, Frost und starke Nutzung können ihr zusetzen. Ex-Bürgermeister Jörg Hänisch nannte die Bauweise anfällig. Auch der Ortswegewart warnte vor hohem Pflegeaufwand bei kaum geringeren Baukosten.
Der Konflikt reicht über die Baustelle hinaus: Asphalt wurde auch für die Alte Dresdner Straße und den Erik-Mailick-Weg abgelehnt. Sichere Radverbindungen fehlen entlang mehrerer Staatsstraßen, obwohl der Gemeinderat 2019 einen Wegenetz-Masterplan beschloss. Gleichzeitig steht die 1728 von August dem Starken begründete Fasanerie mit historischen Wegen, Wasseranlagen und Leuchtturm unter Schutz. Ob die neue Decke dem Alltag standhält, wird sich erst zeigen.



