Die IGBCE läuft Sturm gegen die Pläne des Eigentümers Aequita. Foto © IGBCEDie IGBCE läuft Sturm gegen die Pläne des Eigentümers Aequita. Foto © IGBCE

In Coswig brodelt es: Die angekündigte Schließung des TMD-Standorts schlägt hohe Wellen – und trifft nicht nur die Beschäftigten, sondern die gesamte Region ins Mark. Der Konzern plant, die Produktion von jährlich vier Millionen LKW-Bremsbelägen bis Jahresende nach China zu verlagern. Rund 100 der 120 Mitarbeitenden sollen dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Eigentümer Aequita, ein Münchner Investmentfonds, steht im Zentrum der Kritik.

Die Industriegewerkschaft IGBCE reagiert mit scharfen Worten. Gewerkschaftssekretär Norbert Winter spricht von einer „falschen, unsozialen und geopolitisch fatalen Entscheidung“. Aus seiner Sicht wird hier ein profitabler, ausgelasteter Standort zerschlagen – einzig im Sinne schneller Rendite. Besonders bitter: Die Coswiger TMD-Belegschaft ist tarifgebunden, hochqualifiziert und liefert seit Jahren Qualität auf Spitzenniveau. Doch das scheint für den neuen Eigentümer keine Rolle zu spielen.

Seit der Übernahme durch den Investmentfonds Aequita 2023 ist das Unternehmen Teil eines Geschäftsmodells, das laut Gewerkschaft auf Auspressen und Weiterverkaufen basiert – ohne Rücksicht auf Menschen, Standorte oder langfristige Perspektiven.

Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost, zeigt sich kämpferisch: „Diese Hiobsbotschaft ist ein Tiefschlag für Ostdeutschlands Chemieindustrie. Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um diese verantwortungslose Werksschließung zu verhindern.“ Auch die Politik sei nun gefragt, Haltung zu zeigen und den Erhalt industrieller Wertschöpfung zu sichern.

Die IGBCE ist bereits im engen Austausch mit der Belegschaft. Gemeinsam will man nun Strategien entwickeln, um den Standort zu retten – und ein klares Signal gegen die Zerschlagung regionaler Industrie zu setzen.

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