Der Dippelsdorfer Teich in Moritzburg wird nach Jahren des Aufschiebens endlich entschlammt. Nun ist das Geld im Haushalt des Freistaates verfügbar. Ab Oktober 2026 wird das Wasser abgelassen, werden Fische abgefischt und dann geht’s los mit der Entschlammung. Rund 70.000 Kubikmeter Schlamm sollen raus – kein kleines Vorhaben, denn die letzte Reinigung liegt mehr als 50 Jahre zurück. Der Teich ist Teil eines historischen Teichsystems aus dem 16. Jahrhundert und spielt bis heute eine wichtige Rolle für Fischzucht, Natur und Erholung.
Mit rund 38 Hektar Fläche gehört der Dippelsdorfer Teich zu den größeren im Moritzburger Teichgebiet. Er wird hauptsächlich vom Eisenberger Fließ gespeist und entwässert über den Dippelsdorfer Mühlgraben. Im Südteil quert ihn die Lößnitzgrundbahn, die über einen 210 Meter langen Bahndamm führt – ein beliebtes Fotomotiv für Ausflügler.
„Die Maßnahme dient dem Erhalt der Kulturlandschaft und dem Schutz der Biodiversität. Sie ist dringend notwendig und folgt strengen ökologischen Vorgaben“, sagt Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Die Schlammentnahme erfolgt mit Baggern im abgelassenen Zustand. Der Schlamm wird im Teichbett vorgelagert, entwässert, mehrfach umgesetzt und schließlich auf landwirtschaftliche Flächen in der Region verbracht – umweltgerecht und effizient.
Die Gesamtkosten liegen bei 3,9 Millionen Euro. Welche Firma den Auftrag erhält, wird noch durch eine öffentliche Ausschreibung entschieden. Parallel zur Schlammentnahme werden Damm und Ablassbauwerke saniert. Der Wiedereinstau des Teiches ist für März 2027 vorgesehen, der Abschluss aller Arbeiten für Mai.
„Wir setzen bewusst auf bewährte Verfahren mit ökologischer Begleitung. Neue Stege oder bauliche Änderungen sind nicht vorgesehen – es geht allein um Substanzerhalt und den Lebensraum“, so Zipfl weiter. Amphibien-Laichgewässer und wertvolle Schilfzonen bleiben erhalten, neue werden sogar gezielt geschaffen.
Die Entschlammung ist Teil einer langfristigen Strategie. Auch andere Teiche in der Umgebung – wie die berühmten Moritzburger Himmelsteiche – stehen perspektivisch auf dem Plan, je nach Zustand und Finanzlage.



