Ein Anruf – angeblich vom verletzten Angehörigen. Die Stimme klingt vertraut - Betrüger nutzen KI, um Stimmen zu klonen. Foto © pixabyEin Anruf – angeblich vom verletzten Angehörigen. Die Stimme klingt vertraut - Betrüger nutzen KI, um Stimmen zu klonen. Foto © pixabay

Mit einer täuschend echt klingenden Stimme wollten Unbekannte jetzt am Telefon eine Frau um ihr Geld bringen. Der vermeintliche Anruf eines nahen Angehörigen versetzte die Frau kurzzeitig in Aufregung – doch sie blieb am Ende besonnen. Als sie ankündigte, den angeblich verletzten Angehörigen im Krankenhaus besuchen zu wollen, beendeten die Täter abrupt das Gespräch. Die Polizei ermittelt – und vermutet den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) hinter der Betrugsmasche. Auch hiesige Banken haben darauf längst reagiert und lösen Aufträge „ihrer Kunden“ nicht einfach nach einem Anruf aus.

Besonders perfide: Die Stimme des angeblichen Angehörigen war so überzeugend, dass sie offenbar per KI nachgeahmt wurde. Laut Experten reichen bereits 30 Sekunden eines echten Gesprächs aus, um eine Stimme mithilfe von KI-Software nahezu perfekt zu klonen. Dazu genügt es, das Opfer vorab unter einem Vorwand anzurufen, das Gespräch aufzuzeichnen – und dann beliebige Texte mit der im Computer simulierten Stimme wiederzugeben.

Die Polizei warnt vor dieser neuen Masche und rät, bei plötzlichen Forderungen am Telefon stets skeptisch zu sein. Besonders wenn Emotionen wie Angst oder Dringlichkeit erzeugt werden sollen, ist Vorsicht geboten. Wichtig: Niemals am Telefon persönliche Daten herausgeben oder auf Geldforderungen reagieren. Betrüger geben sich aktuell gern als Bankmitarbeiter oder Polizisten aus. Bedenken Sie, dass sich Mitarbeiter solcher Institutionen niemals am Telefon oder an der Haustür Geld oder Daten geben lassen würden. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen Rückfragen! Reagieren Sie nie sofort!

Aktuell ist eine Welle von Betrugsversuchen in Dresden sowie der Umgebung festzustellen. Die Masche ist immer gleich: Aktuell ist eine Welle von Betrugsversuchen in Dresden sowie der Umgebung festzustellen. Die Masche ist immer gleich: Die Täter melden sich via Telefon und geben sich als Polizeibeamte aus. Sie berichten, dass bei einem festgenommenen Einbrecher ein Notizzettel mit dem Namen und der Anschrift des Angerufenen gefunden wurde. Zugleich wird angeboten, dass Polizisten persönlich vorbeikommen, um Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände sicherzustellen. In manchen Fällen wird behauptet, auch Bankmitarbeiter seien Teil der Bande. Die Absicht dahinter ist, Betroffene dazu zu bringen, Geld vom Konto abzuziehen und an die vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

Seit Mitte Dezember 2025 ist in der Polizeidirektion Dresden ein deutlich erhöhtes Aufkommen betrügerischer Anrufe festzustellen. Bis heute führten diese Telefonate zu 13 Geldübergaben, die insbesondere dem Muster „Falsche Polizeibeamte“ zuzurechnen sind. Der Vermögensschaden liegt bei mindestens 216.000 Euro.

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