Traminer-Trauben. Schloss Wackerbarth zieht Bilanz zur Weinlese 2026: Trotz Hitze gute Trauben, solide Erntemengen und Hoffnung auf Eiswein in Radebeul. Foto © WackerbarthSchloss Wackerbarth zieht Bilanz zur Weinlese 2026: Trotz Hitze gute Trauben, solide Erntemengen und Hoffnung auf Eiswein in Radebeul. Foto © Wackerbarth

Radebeul. Die Weinberge rund um Radebeul haben eine anspruchsvolle Saison hinter sich – doch auf Schloss Wackerbarth überwiegt die Zufriedenheit. Die Hauptlese ist erfolgreich abgeschlossen, rund zwei Wochen früher als im Vorjahr. Nur einzelne Partien bleiben noch an den Reben: Am Thonberg werden Spätburgunder und Blaufränkisch sorgfältig von Hand gelesen. Im Goldenen Wagen und am Wackerbarthberg folgen die letzten Riesling-Trauben für edelsüße Lagenweine.

Der Jahrgang 2026 verlangte den Winzern einiges ab. Ein warmer, sonnenreicher Sommer mit langanhaltender Trockenheit und Hitze weckte Erinnerungen an 2018 und 2019. Erfahrungen aus diesen Jahren halfen bei der Arbeit im Weinberg. Junganlagen wurden gezielt bewässert, Böden individuell bearbeitet und die Laubwände intensiv gepflegt, um den Reben durch die extreme Witterung zu helfen.

Bei der Lese spielte das Wetter schließlich mit: Warme Tage und kühle Nächte ermöglichten eine kontinuierliche Reife und hielten die Säure in den Beeren gut erhalten. Das Ergebnis waren gesunde Trauben mit guten Mostgewichten, ausgeprägten Aromen und ausgewogener Säure. Über den optimalen Lesezeitpunkt entschied deshalb nicht nur das Mostgewicht, sondern vor allem die Aromareife – abgestimmt auf die jeweilige Lage. Auch bei der Menge fällt die Bilanz positiv aus: Die Ernte liegt ungefähr auf Höhe des langjährigen Durchschnitts. Im Keller zeichnet sich nach Einschätzung des Weinguts ein hochwertiger Jahrgang ab. Die Weine sollen dem für Schloss Wackerbarth typischen „Cool Climate“-Stil entsprechen: feinfruchtig, elegant und mit guter Struktur. Als erste Vertreter des 2026er Jahrgangs sollen Goldriesling und Müller-Thurgau im Frühjahr 2027 in den Verkauf kommen.

Ein besonderes Kapitel ist noch offen: Im Paradies hängen an rund 1.000 Traminer-Rebstöcken auf 2.000 Quadratmetern weiterhin Trauben. Nach einem goldenen Oktoberauftakt hofft das Weingut auf ausreichend Frost, um daraus Eiswein zu gewinnen. Ob das gelingt, entscheidet die Witterung. Unabhängig davon steht die Bilanz bereits fest: Ein heißes und trockenes Weinjahr endet auf Schloss Wackerbarth mit gesunden Trauben, guten Mengen und vielversprechenden Qualitäten.

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