Radebeul. Da sind sie wieder, die ersten kalten Tage. Der Herbst ist da und gefühlt schnieft schon die halbe Welt. Erkältungszeit eben. Aber warum erwischt es manche ständig und andere scheinbar nie? Vielleicht lohnt es sich, den Blick mal in eine ganz andere Richtung zu lenken. Raus in die Natur. Denn die könnte uns gerade jetzt so einiges beibringen.
Ein Baum macht es vor. Er lässt seine Blätter los, verabschiedet sich von allem, was er gerade nicht braucht, zieht seine Energie nach innen. Ganz selbstverständlich. Und der Mensch? Der rennt weiter. Am besten noch schneller als vorher. Als hätte irgendjemand beschlossen, dass wir das ganze Jahr über auf Hochtouren funktionieren müssen. Dabei hat das Leben früher viel stärker im Rhythmus der Natur stattgefunden. Die Ernte war eingebracht, draußen wurde es stiller, drinnen gemütlicher. Es gab sogar ein Wort dafür: Winterarbeit. Dinge, die in Ruhe in der Scheune oder am heimischen Herd erledigt wurden. Heute klingt das fast wie aus einer anderen Welt.
Und dann kommt die angeblich besinnliche Adventszeit. Besinnlich? Wo denn bitte?
Weihnachtsmarkt in der Kita, Weihnachtsfeier im Sportverein, Plätzchen backen, Freunde treffen, Geschenke besorgen. Und natürlich soll alles schön, besonders und möglichst perfekt sein. Bloß nichts verpassen! Wer das nicht alles locker unter einen Hut bekommt, fühlt sich schnell, als hätte er versagt. Na toll. Vielleicht liegt genau da ein Teil unseres Problems. Wir haben verlernt, unsere eigenen Grenzen zu spüren. Alles entwickelt sich rasant, ständig gibt es neue Trends, neue Erwartungen, neue Dinge, die vermeintlich dazugehören. Und irgendwo zwischen all dem geht das Gefühl für uns selbst verloren.
Der Körper sendet durchaus Signale. Müdigkeit, Erschöpfung, dieses ständige Gefühl, eigentlich eine Pause zu brauchen. Manchmal auch der sprichwörtliche Gedanke: Jetzt ist die Nase aber wirklich voll! Natürlich entstehen Erkältungen durch Viren und nicht einfach durch einen überfüllten Terminkalender. Trotzdem macht es einen Unterschied, wie wir mit unseren Kräften umgehen. Viele Menschen leben inzwischen von Urlaub zu Urlaub. Endlich abschalten! Doch kaum beginnt die freie Zeit, kommt die Erschöpfung erst richtig zum Vorschein. Und andere haben innerlich längst auf Durchzug geschaltet. „Interessiert mich nicht mehr.“ Ist das wirklich Gelassenheit oder einfach nur ein Rückzug, weil alles zu viel geworden ist?
Natürlich gibt es Möglichkeiten, den Körper zu unterstützen. Vitamin C, Zink, Selen, Vitamin D oder auch koreanischer roter Ginseng sind immer wieder Thema. Was davon sinnvoll ist, hängt vom individuellen Bedarf ab. Aber kein Präparat ersetzt die Frage, die viel zu selten gestellt wird: Wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um?
Und ja, auch gesellschaftlich dürfen wir einiges hinterfragen. Muss wirklich jeder Sonntag zum Einkaufserlebnis werden? Muss gerade im Advent immer noch mehr stattfinden? Wir beklagen den Stress und machen doch fleißig mit. Vielleicht wäre es an der Zeit, wieder ein bisschen mehr wie die Natur zu leben. Nicht alles mitmachen. Nicht überall dabei sein. Auch mal etwas loslassen. Und vor allem: wieder fühlen.
Was tut gerade gut? Was brauchen die Menschen, die einem am Herzen liegen? Vielleicht ist es ein Spaziergang durch den Herbstwald. Ohne Handy, ohne Dauerbeschallung, ohne den nächsten Termin im Kopf. Einfach nur draußen sein, durchatmen und die Stille zulassen. Denn Ruhe bedeutet nicht, auf dem Sofa durch das Handy zu scrollen. Ruhe beginnt dort, wo wir uns selbst wieder wahrnehmen.
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Theresa Scholz – Ganzheitliche Therapie
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